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im historischem Rückblick

Die Wurzeln des heutigen MAN-Konzerns liegen einerseits im Ruhrgebiet und andererseits in Süddeutschland. Als ältestes Vorläufer-Unternehmen gilt die 1758 gegründete Eisenhütte St. Antony in Oberhausen, die zugleich den Ursprung der Montanindustrie im Ruhrgebiet markiert

Während der Schwerpunkt im Ruhrgebiet vor allem auf dem Erzabbau und der Eisenproduktion lag, wurde in Augsburg und Nürnberg der Maschinenbau und im MAN Werk Gustavsburg ab 1859 der Brücken- und Stahlbau zum dominierenden Geschäftszweig. Heinrich von Buz machte als Direktor der Maschinenfabrik Augsburg bis 1913 aus einem überschaubaren Betrieb mit 400 Beschäftigten ein Großunternehmen mit 12.000 Arbeitern.

1915 wurde mit dem Schweizer Unternehmer Adolph Saurer, ein Joint-Venture-Unternehmen zu gründen. Das Gemeinschaftsunternehmen aus Automobilwerke Adolph Saurer und der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG wurde am 21. Juni 1915 als „Lastwagenwerke M.A.N.-Saurer“ in das Nürnberger Handelsregister eingetragen. Die M.A.N.-Saurer GmbH fertigte zuerst Lastwagen in Lindau am Bodensee und ab November 1915 begann die Verlagerung der Produktion nach Nürnberg, die 1916 abgeschlossen wurde.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg brach das zivile Geschäft weitgehend ein und das Militärgeschäft mit der Aufrüstung unter dem NS-Regime nahm erheblich zu. Das MAN-Werk Augsburg war als Produktionsstätte von U-Boot-Dieselmotoren das Ziel von Luftangriffen. Wiederholt traf es auch das Werk Nürnberg, vor allem wegen der dort gebauten Panther-Kampfpanzer. Gleichzeitig setzte sich Otto Meyer dafür ein, die Produktion von zivilen Nutzfahrzeugen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. In den Jahren 1941/42 wurden 1085, 1942/43 1719 Stück und im Juni 1944 sogar noch 63 zivile Lkw gebaut. Im Oktober 1944 waren die Nürnberger Hallen und Maschinen für den Lastwagenbau durch Luftangriffe fast vollständig zerstört. Im Konzern mussten Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge Zwangsarbeit verrichten. Alleine im Jahr 1944 waren es im Konzern rund 31.500 Zwangsarbeiter eingesetzt, davon entfielen rund 8500 auf MAN.

Nachkriegsentwicklung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand eine Entflechtung des Konzerns durch die Alliierten statt. Das süddeutsche MAN-Unternehmen konzentrierte sich auf den Maschinen- und Anlagenbau sowie auf die Bereiche Nutzfahrzeuge und Druckmaschinen,. Im Geschäftsjahr 1985/86 fand eine grundlegende Umstrukturierung des M.A.N.-Konzerns statt. 1989 firmierte MAN dann als AG.

Im September 2006 legte MAN ein Angebot zur Übernahme des schwedischen Nutzfahrzeug-Konkurrenten Scania vor. Die EU-Kommission billigte die Übernahme am 19. Dezember. MAN zog das Angebot jedoch am 23. Januar 2007 freiwillig zurück, nachdem die Scania-Großaktionäre VW und die einflussreiche Wallenberg-Familie das MAN-Angebot abgelehnt hatten. Am 24. Dezember 2008 gab MAN bekannt, über weitere Aktienoptionen bei Scania zu verfügen, und damit mehr als 20 % der Stimmrechte des Unternehmens zu halten. Zeitgleich erhöhte VW seinen Anteil an MAN von anfänglich 15 % im Oktober 2006 auf knapp unter 30 %.

Korruptionsaffäre

Die Münchner Staatsanwaltschaft deckten 2009 eine Korruptionsaffäre auf, in deren Zuge MAN in den Jahren 2001 bis 2007 in über zwanzig Ländern Regierungen und Geschäftspartner mit bis zu 80 Millionen Euro bestochen hatte, um Großaufträge unter anderem für Busse und Lkw zu erhalten. Das Unternehmen wendete rund 220 Millionen Euro für Bußgelder und Steuernachzahlungen auf.

Übernahme durch Volkswagen

2011 gab die VW AG ein Angebot an die Aktionäre der MAN SE ab, um MAN zu übernehmen und mit ihrer Tochter Scania zu fusionieren. Damit kam Volkswagen zu einen Anteil an MAN von 55,90 % der Stimmrechte und 53,71 % des Grundkapitals. Ziel der Übernahme: Mit sinnvoller Koordination der drei Firmentöchter MAN, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeuge sollen Kosten gesenkt und Entwicklungsvorhaben optimiert werden.

Auf der MAN-Aktionärshauptversammlung vom 6. Juni 2013 wurde ein zwischen VW und MAN geschlossener Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag bestätigt, der das Ende der Eigenständigkeit von MAN als Unternehmen formal besiegelt: MAN wird damit Volkswagen operativ durchgreifend unterstellt. Damit geraten nicht nur Gewinne, Verluste und Risiken, sondern vor allem auch die Weisungsbefugnis über das Unternehmen unter die Kontrolle von Volkswagen. Auf der Aktionärsversammlung endete die Abstimmung über den Beherrschungsvertrag mit einer klaren Zustimmung.

Traton Group

Die Gruppe wurde im Jahr 2015 gegründet, um die drei Marken MAN, Scania und VWCO unter einem Dach zusammenzufassen. Die Traton SE ist ein Tochterunternehmen der Volkswagen AG.

Posted by Wilfried Allé Friday, July 23, 2021 1:16:00 PM
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