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Matter Out of Place 

106 Minuten, DVD

von Nikolaus Geyrhalter

Reihe: Der Österreichische Film / Edition der Standard
ISBN: 9006472042129
Erscheinungsdatum: 06.10.2023
Format: DVD
Umfang: 106 Minuten
Genre: Kunst/Fotografie, Film, Video, TV
Verlag/Label: Hoanzl
Regie: Nikolaus Geyrhalter
Preis: € 9,99
Kurzbeschreibung des Verlags

Müll an den Stränden, Müll auf den Bergen. Am Meeres­grund und tief unter der Erde. MATTER OUT OF PLACE ist ein Film über un­sere Ab­fäl­le, die bis in die hin­ters­ten Win­kel dieser Erde vor­ge­drun­gen sind. Der öster­rei­chi­sche Doku­men­ta­rist Niko­laus Geyr­halter (AN­GE­SCHWEMMT, HOMO SAPI­ENS, ÜBER DIE JAHRE) folgt dem Müll quer über den Pla­ne­ten und zeigt da­bei das ewi­ge Rin­gen der Men­schen, die­ser Un­men­gen an Ab­fall Herr zu werden.

„Der Mikroplastikzug ist abgefahren.“
NIKOLAUS GEYRHALTER


Ö 2023
REGIE UND KAMERA: Nikolaus Geyrhalter
REGIEASSISTENZ: Sophia Laggner
TON: Sergey Martynyuk, Nora Czamler
KAMERAASSISTENZ: Alfred Zacharias
SCHNITT: Samira Ghahremani, Michael Palm
COLOR GRADING: Lukas Lerperger
VFX: Sebastian Arlamovsky
SOUNDDESIGN: Florian Kindlinger, Flora Rajakowitsch
SOUNDMIXING: Alexander Koller
PRODUZENTEN: Nikolaus Geyrhalter, Michael Kitzberger, Wolfgang Widerhofer, Markus Glaser

Posted by Wilfried Allé Tuesday, October 31, 2023 3:37:00 PM Categories: Film Kunst/Fotografie TV Video
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Die Höredition der Weltliteratur 

von Johann Wolfgang von Goethe, Jane Austen, Edgar Allan Poe, Charles Dickens, Fjodor M. Dostojewski

ISBN: 9783844519518
Erscheinungsdatum: 12.10.2015
Umfang: 3261 Minuten
Format: Audio-Disc
Genre: Belletristik/Erzählende Literatur
Verlag: Der Hörverlag
Gelesen von: Gert Westphal
Gelesen von: Walter Mehring, Leo Feld, N. O. Scarpi, Rebecca Candreia, Johannes von Guenther, Rolf Boysen, Sibylle Canonica, Felix von Manteuffel, Hans Korte, Axel Milberg, Hanns Zischler, Laura Maire, Susanne Schroeder, Burghart Klaußner
Preis: € 69,18

Kurzbeschreibung des Verlags

Die Großen der Weltliteratur

Liebe, Lust, Leicht­sinn, Hass, Neid oder Gier – hier fin­den Ken­ner und Lieb­ha­ber der Lite­ra­tur die gan­ze Ska­la des men­schli­chen Le­bens. Und wer schlüpft nicht ger­ne mal mit der Stim­me von Gert West­phal in die Rol­le des jun­gen Wert­her, reist mit Bri­git­te Hor­ney in Tsche­chows Russ­land um­her und amü­siert sich mit Uwe Fried­rich­sen über Mark Twains Ge­schich­te von Adam und Eva? In die­ser in­spi­rie­ren­den Samm­lung gro­ßer Au­to­ren mit ihren be­kann­ten und neu zu ent­decken­den Ro­ma­nen, Er­zäh­lun­gen, Mär­chen und No­vel­len find­et der Hörer wah­re Schät­ze der Sprech­kunst.In bib­lio­phi­ler Schmuck­ver­packung und mit umfangreichem Begleitbuch mit Texten zu allen Klassikern.Diese Edition enthält:Johann Wolfgang von Goethe, "Die Leiden des jungen Werthers" (Gert Westphal), Jane Austen, "Drei Schwes­tern" (Laura Maire, Su­san­ne Schrö­der), Hein­rich von Kleist, "Das Erd­be­ben in Chili" (Rolf Boy­sen), An­net­te von Droste-Hüls­hoff, "Die Juden­buche" (Gert West­phal), Jere­mi­as Gott­helf, "Die schwar­ze Spin­ne" (Si­byl­le Ca­no­ni­ca), Honoré de Bal­zac, "Der Mönch Ama­dor" (Gert West­phal), Ed­gar Allan Poe, "Die Mas­ke des ro­ten To­des" & "Der schwar­ze Ka­ter" (Rolf Boy­sen), Hans Chris­tian An­der­sen, "Das häss­li­che Ent­lein" (Juli­ane Köh­ler), "Die Nach­ti­gall" (Felix von Man­teuffel), "Das Feuer­zeug" (Michael Mendl), Charles Dickens, "Der Weih­nachts­abend" (Burg­hart Klaußner), Fjodor Dosto­jews­ki, "Das Kro­ko­dil" (Dieter Hilde­brandt), Er­zäh­lun­gen von Iwan Tur­gen­jew (Rolf Boy­sen, Heinz Kle­ve­now, Hans Korte), Theo­dor Storm, "Pole Pop­pen­späler" (Gert West­phal), Gott­fried Kel­ler, "Ro­meo und Ju­lia auf dem Dorfe" (Gert West­phal), Gus­tave Flau­bert, "Ein schlich­tes Herz" (Hanns Zisch­ler), Ale­xan­der Pusch­kin, "Eugen One­gin" (Gert West­phal), Henry James, "Daisy Mil­ler" (Gert West­phal), Emile Zola, "Nais Micoulin" (Rainer Bock), Guy de Mau­passant, "Der Horla" (Wolf­ram Koch), Oscar Wilde, "Lord Arthur Saviles Ver­bre­chen" (Axel Mil­berg), Lew Tols­toi, "Die Kreutzer­so­nate" (Hans Paetsch), Er­zäh­lungen von Anton Tsche­chow (Bri­git­te Hor­ney, Han­nes Mes­se­mer, Hans Paetsch u. a.), Mark Twain, "Die Tage­bücher von Adam und Eva" (Uwe Fried­rich­sen, Mar­grit Strass­bur­ger), Ste­fan Zweig, "Bren­nen­des Ge­heim­nis" (Gert West­phal), Franz Kafka, "Die Ver­wand­lung" (Bern­hard Mi­net­ti), Kurt Tuchol­sky, "Rheins­berg" (Uwe Fried­rich­sen), Arthur Schnitz­ler, "Casa­no­vas Heim­fahrt" (Gert West­phal)
(10 mp3-CDs, Laufzeit: 54h 21)
 

FALTER-Rezension

Wie die Literatur durch das Ohr ins Herz ge­langt

Kirstin Breitenfellner in FALTER 3/2016 vom 22.01.2016 (S. 28)

Kann man 54 Stunden Lite­ra­tur in ei­ner über­schau­ba­ren Zeit hören? Wenn man ein­mal – etwa durch die 54 CDs, auf de­nen Ul­rich Noethen 2009 den im­mer noch bes­ten Ro­man des 19. Jahr­hun­derts, Tols­tois „Krieg und Frie­den“, für den Audio Ver­lag so un­ver­gess­lich ein­las – an­ge­fixt wur­de, dann auf je­den Fall.
Denn Hören hat ge­gen­über dem Le­sen nicht nur den Vor­teil, dass man Au­gen und Hände frei hat, son­dern vor al­lem je­nen, dass man sich die ge­drech­sel­ten oder glas­klaren, die Wahr­heit um­spie­len­den oder ins Schwar­ze tref­fen­den Sätze der großen Lite­ra­tur von einer geschulten Stimme direkt ins Herz lesen lassen kann. Und das kann süchtig machen.
Der Hörverlag gestaltet seine Box „Höredition der Weltliteratur“ übersichtlicher, indem er 54 Stunden Weltliteratur auf zehn MP3-CDs presst. Das macht die Titelauswahl auf manchen Ab­spiel­ge­räten schwie­rig. Aber es ist so­wie­so bes­ser, sich die Zeit zu neh­men, ein­fach al­les von vor­ne bis hin­ten zu hö­ren. Wer gut hört, hat mehr Zeit zum Füh­len. Spre­cher wie Gert West­phal, Juli­ane Köh­ler oder Die­ter Hilde­brandt fü­gen dem Ge­le­senen Inter­pre­ta­tio­nen hin­zu und sie ent­decken Nuan­cen, über die man viel­leicht hin­weg­ge­le­sen hät­te.
Dieser akustische Kanon der Welt­lite­ra­tur legt den Schwer­punkt auf euro­päi­sche und ameri­ka­nische Autoren des 19. Jahrhunderts, von Hans Christian Andersen bis Émile Zola. Neben Haupt­wer­ken wie Goethes „Die Lei­den des jun­gen Wer­ther“ be­fin­det sich Un­be­kannte­res wie Dosto­jews­kis Er­zäh­lung „Das Kro­ko­dil“, in der sich der große Mo­ra­list von sei­ner ko­mi­schen Seite zeigt.
Die ältesten Aufnahmen – Erzählungen von Anton Tschechow – in dieser Box mit um­fang­rei­chem Be­gleit­buch stam­men aus dem Jahr 1954, die jüngs­ten, wie Jane Aus­tens „Drei Schwes­tern“, von 2015. Sie kom­men zum Groß­teil aus erst seit kur­zem zu­gäng­li­chen Radio­ar­chi­ven und zei­gen sich aus his­to­ri­schen Grün­den män­ner­las­tig, so­wohl bei den Auto­ren als auch bei den Spre­chern. Aber gute Lite­ra­tur kennt ja be­kannt­lich kein Ges­chlecht.

Posted by Wilfried Allé Thursday, July 20, 2023 9:00:00 PM Categories: Belletristik/Erzählende Literatur
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Der Bauer und der Bobo 

Kurt Langbein

Reihe Feine Filme
EAN 9783854397601
Erscheinungsdatum 15.12.2022
Umfang 96 min
Genre Dokumentarfilm
Verlag Falter Verlag
Personen Christian Bachler, Florian Klenk
Regisseur Kurt Langbein
Preis € 14,99

Der steirische Bergbauer Christian Bachler zieht auf Facebook gegen FALTER-Chef­re­dak­teur Florian Klenk zu Felde. Dieser lobt ein Ur­teil, in dem ein Bauer für das ge­fähr­li­che Ver­hal­ten sei­ner Kühe ver­ur­teilt wurde. Klenk sei ein „ar­ro­gan­ter Ober­bobo“ und igno­riere die Lage der Bauern: „Stei­gen Sie von ihrem Bobo-Ross und kom­men sie zu einem Prak­ti­kum“. Klenk kommt und lernt Bachlers Welt ken­nen. Aus dem Streit wird eine Freund­schaft.

Der Dokumentarfilm stellt die Gegen­sätze zwi­schen Stadt und Land, Wirt­schaft und Öko­lo­gie, Tra­di­tion und Fort­schritt dar und hält uns Ver­brau­chern vor Augen, dass der nach­hal­tige Um­gang mit un­se­rer Um­welt bei un­se­rem taeg­li­chen Brot be­ginnt.

siehe auch ->

Posted by Wilfried Allé Monday, January 30, 2023 3:19:00 PM Categories: Dokumentarfilm
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Mein halbes Leben 

Marko Doringer

Reihe Feine Filme
EAN 9783854398448
Erscheinungsdatum 04.12.2009
Umfang 88 min
Genre Kunst/Fotografie, Film, Video, TV
FSK Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Verlag Falter Verlag
Personen Katharina Harrer, Martin Obermayr, Thomas Berger, Marko Doringer
Regisseur Marko Doringer
Auszeichnungen Diagonale - Bester Österreichischer Dokumentar­film New Berlin Film Award - Bester Dokumentar­film
Int. Filmfest Bozen - Bester Dokumentar­film
Preis € 7,90

Regisseur Marko Doringer bricht zu einer sehr per­sön­li­chen For­schungs-Reise auf: Er ist 30, hat nichts er­reicht was zählt und so­eben den ers­ten Backen­zahn ver­loren. Der Ver­fall hat be­gon­nen, die Ju­gend ist zu Ende. Was kann jetzt noch kom­men, bevor es vor­bei ist?
Marko besucht alte Freunde und Freundinnen, seine Eltern und deren Freunde. Geht es ihnen bes­ser als ihm? Warum ist es so schwer, 30 zu sein?
Mit ironisch-analytischem Blick sucht Marko den Sinn des Lebens. Er kon­fron­tiert sich und seine Pro­ta­go­nist­Innen schonungs­los mit den großen und klei­nen Fra­gen der Mensch­heit. Wa­rum ist es so schwer, das Glück der an­de­ren zu ak­zep­tie­ren? Warum ist es so schwer das ei­gene Glück zu ak­zep­tie­ren?
Mein Halbes Leben ist das ironische Selbst­por­trait einer Ge­ne­ra­tion, ein re­aler, doku­men­ta­ri­scher Ent­wick­lungs­ro­man zu un­serer Gegen­wart und zu Markos Zu­kunft.

Posted by Wilfried Allé Tuesday, December 20, 2022 8:15:00 PM Categories: Film Kunst/Fotografie TV Video
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Brot 

Das Wunder, das wir täglich essen

Harald Friedl

EAN 9783854397823
Erscheinungsdatum 27.11.2020
Umfang 90 Minuten
Genre Ernährung
Verlag Falter Verlag
Regisseur Harald Friedl
Preis € 14,99

Kein anderes Lebensmittel besitzt in unserer Kultur einen so zentralen Stellenwert wie Brot. Der Anschein des Natürlichen entspricht allerdings immer weniger der Realität: Brot ist längst von der Industrie vereinnahmet worden.

Engagierte Bäcker und Bäckerinnen auf der ganzen Welt halten mit viel Engagement und Fantasie dagegen. Aber die Fragen drängen sich auf: Wird das Brot der Zukunft zum künstlichen Produkt? Wird das Backhandwerk überleben?

Filmkritik zur Dokumentation "Brot"

Lars-Christian Daniels

Mal ehrlich: Haben wir nicht alle schon mal ein Brötchen im Backshop am Bahnhof oder ein Brot beim günstigen Discounter gekauft? So praktisch es auch sein mag, dass man nicht extra zum Bäcker fahren muss und neben Zeit auch noch Geld spart, ist die Erfahrung doch immer die gleiche: Wirklich schmecken tut‘s bei den Billiganbietern nicht. Doch warum ist das eigentlich so?

Der Antwort auf diese Frage geht Filmemacher Harald Friedl in seiner faszinierenden Kino-Dokumentation "Brot" nach. Nach diesem Film werden wir Brot mit anderen Augen sehen. Und so ist es auch, denn der Regisseur nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch Europa, beleuchtet das traditionelle und moderne Bäckerhandwerk in all seinen Facetten und kontrastiert die Bilder aus den Backstuben elegant mit den gigantischen Settings der industriellen Massenproduktion und modernen High-Tech-Anlagen.

Brothandwerk ist Kunst

Den erzählerischen Rahmen gibt Friedl dabei nur lose vor. Er verzichtet auf Kommentare aus dem Off und nennt auch in den Texteinblendungen nur kurz die Orte, an die uns sein Film entführt. Gleich zu Beginn besuchen wir eine Biobäckerei aus Österreich, in der neben Bäckermeisterin Brigitte Öfferl auch Sohn Georg den Teig knetet. Jeder Handgriff sitzt. "Brothandwerk ist Kunst", weiß der dynamische Jungbäcker, und es ist ihm zu verdanken, dass sich der Familienbetrieb nach einer Durststrecke wieder gegenüber der Industrie behauptet. Mit der Umstellung auf reine Bioproduktion hat die Bäckerei eine Nische besetzt – und die Kunden sind gern dazu bereit, ein paar Cent mehr für gesunde Qualitätsprodukte aus regionalem Anbau zu bezahlen.

Solche kleinen Märkte sind für "Brotbaron" Hans-Jochen Holthausen nicht interessant – er setzt auf lukrative Masse statt auf handwerkliche Klasse und leitet die Geschicke der Großbäckerei Harry-Brot, die Supermärkte in ganz Deutschland beliefert. Alles mit neuester Technologie und hocheffizienten Produktionsanlagen, die im Schichtbetrieb bedient werden. Allein in den wenigen Minuten, die die Kamera in seiner riesigen Fabrikhalle Station macht, laufen tausende Toastbrote über die Fließbänder – ein spektakulärer Anblick. Doch die Verkostung mit den Kollegen aus der Produktentwicklung wirkt wenig appetitanregend: Das Brot verkommt zur Ware, ist nur Produkt, um Geld zu verdienen. Reinbeißen möchte man nicht.

Die Zeit als Verbündeter – nicht als Feind

Ganz anders in der Boulangerie von Christophe Vasseur, vor der die Kunden bis auf die Straße für ein Croissant Schlange stehen: Der französische Bäcker brennt für sein Handwerk wie kaum ein zweiter Protagonist der Dokumentation, scheint fast besessen davon, seiner Kundschaft allerhöchste Qualität bieten zu können. Bei den prachtvollen Bildern der knusprigen Brotlaibe, die er vor der Kamera aufschneidet, läuft uns das Wasser im Mund zusammen. "Das Problem am modernen Leben ist, dass wir die Zeit als unseren Feind sehen. Die Zeit ist ein Verbündeter, der respektiert werden muss", weiß Vasseur – und nimmt sie sich gern, wenn er sich minutenlang dem Teig in der Knetmaschine widmet und hier und da händisch nachjustiert. Man müsse ihn "beobachten".

Ein weniger traditionelles, futuristisches Bild bietet der Besuch im "Inspirience Center" des belgischen Puratos-Konzerns, der auf der ganzen Welt vernetzt ist und sogar eine eigene Sauerteigbibliothek betreibt: Immer auf der Suche nach Trends und unter akribischer Analyse des Marktes ist es das Geschäft der Firma, mithilfe von Molekularforschung Enzyme und Zusatzstoffe zu entwickeln, um Teig länger haltbar oder Aufbackware optisch ansprechender zu machen. Es spricht sehr für Friedls Dokumentation, dass er diese Auswüchse der Globalisierung nicht partout verteufelt, sondern differenziert betrachtet: Vor 20 Jahren wussten nur die wenigsten, was ein Ciabattabrot ist – heute schätzt man es weltweit, was auch ein Verdienst des Konzerns ist.

#breadporn fürs Auge

Neben diesen vier Stationen besucht Friedl noch weitere Protagonisten in Österreich, Deutschland, Belgien und Frankreich: Zu Wort kommen Getreidebauern, die unter dem Preisdruck leiden, oder innovative Müller, die selbst erfahrene Bäcker noch mit neuen Mehlprodukten überraschen. Wir schauen versierten Handwerksmeistern in ihren Backstuben bei der Arbeit mit dem Korn, dem Mehl und dem Teig über die Schulter und lernen in neunzig Minuten mehr über Brot, als wir je geahnt hätten. Und spätestens, wenn die braungebrannten Brote aus dem Ofen in die Regale und Papiertüten der hungrigen Kunden wandern, dürfte auch so manchem der Magen knurren. Wie schade, dass Filme (noch) nicht riechen können!

Einen Geheimtipp für Bäcker, die in den sozialen Medien aktiv sind, hält Friedls Dokumentation ebenfalls noch bereit: Einfach mal das Aufbacken eines Brotes im Zeitraffer filmen und den Clip bei Facebook oder Instagram posten – die Likes der Community sind garantiert. "Wir nennen das breadporn", erklärt der gewiefte PR-Manager des Puratos-Konzerns – und wir glauben ihm sofort, denn das Gespür für die Optik und Wünsche der Kunden hat er zweifellos. Aber hat er wohl schon mal selbst einen Teig geknetet?

Posted by Wilfried Allé Monday, September 20, 2021 10:24:00 AM Categories: Ernährung
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Gipsy Queen 

Hüseyin Tabaks Spielfilm „Gipsy Queen“ erzählt, wie eine jungen Mutter aus einer ru­mä­ni­schen Roma-Sied­lung in den Box-Ring auf St. Pauli kommt.

Reihe Feine Filme
Erscheinungsdatum 04.12.2020
Umfang 117 min
Genre Spielfilm/Drama
Verlag Falter Verlag
EAN 9783854397786
Personen Alina Serban, Tobias Moretti, Irina Kurbanova, Sarah Ulda Carcamo Vallejos, Aslan Yilmaz Tabak
Regisseur Hüseyin Tabak
Preis € 14,99

Der Job als Zimmermädchen ist weg. Ali (Alina Șerban) braucht so­fort etwas Neues, egal was. So­gar für Ab­riss­ar­bei­ten in einer Ham­bur­ger Villa lässt sie sich an­heu­ern. Fünf Euro pro Stunde be­kommt sie für die Schwarz­arbeit. Die ru­mä­ni­sche Mut­ter von zwei Kin­dern klagt nicht, son­dern schuf­tet als ein­zi­ge Frau sto­isch neben den an­de­ren Ar­bei­tern.

Als nächstes steht eine Aushilfsschicht in einem Schmuddel-Schup­pen auf St. Pauli an. Zum Auf­räu­men scheucht die Theken­frau sie in den Keller, wo ein Box­ring auf­ge­baut ist. Dort hat Ali keine Au­gen für die Fla­schen und Glä­ser, die sie ein­sam­meln soll, son­dern nur für die Männer im Ring.

Der Vater verstößt die junge Frau

Sie analysiert deren Bewegungen, versteht ganz genau, was pas­siert. Denn nicht zu­fällig trägt Ali den Namen des größten Boxers aller Zei­ten. Ihr box­ver­rückter Va­ter hat ihn ihr ge­ge­ben, sie spä­ter trai­niert und zu Sie­gen ge­führt. Für ihn war sie nicht nur der Stolz der Fami­lie, son­dern die Köni­gin aller Roma.

Doch als Ali ihr zweites uneheliches Kind be­kam und nicht mehr kämpfen konnte, fiel eine wich­ti­ge Ein­nahme­quelle für ihre irgend­wo in der Pro­vinz le­ben­de Roma­fami­lie weg. Nun brauchte die junge allein­ste­hen­de Mut­ter selbst Hilfe – doch der Vater ver­stößt sie.

Das dramatische öffentliche Zer­würf­nis der bei­den steht am Be­ginn von Hüseyin Tabaks zwei­tem Lang­spiel­film „Gipsy Queen“, der an­schließend einige Jahre in die Zu­kunft springt. Ali und ihre Kin­der wohnen in Ham­burg zu­sam­men mit der Deut­schen Mary (Irina Kurbanova), die ver­sucht Tän­ze­rin zu wer­den, aber vor allem Traum­tän­zerin ist. Weil von ihr in Sachen Miete nicht viel kommt, ist Einzel­kämpferin Ali gefragt.

In der „Ritze“, der Kiezkneipe mit Box­schuppen, die es übri­gens wirk­lich gibt, er­öffnet sich eine neue Per­spek­tive für die Frau mit der dunk­len Locken­mähne. In­haber Tanne (Tobias Moretti) be­merkt, dass sie boxen kann und en­ga­giert sie zu­nächst für sein Show­pro­gramm mit Publi­kums­be­tei­li­gung.

In einem formatierten TV-Drama würde jetzt die ab­seh­bare Auf­stiegs­ge­schichte einer Außen­sei­terin be­gin­nen, die neben­bei auch noch dem runter­ge­rockten Ex-Boxer Tanne eine Runde neuen Sinn schenkt. Aller­dings macht es sich Hüseyin Tabak, von dem auch das Dreh­buch stammt, nicht so ein­fach. Er be­müht sich so­wohl bei den sport­li­chen als auch bei den ge­sell­schaft­li­chen As­pek­ten sei­nes Wer­kes um eine ge­wisse Rea­li­täts­nähe. Und so bleibt Alis Weg von Tief­schlä­gen ge­prägt.

Frauen sind selten im Boxfilm-Genre. Wenn sie wie in „Million Dollar Baby“, „Girlfight“ oder „Die Boxerin“ doch ein­mal im Zentrum ste­hen, geht es im­mer auch da­rum, sich ge­gen die Vor­ur­teile über weib­liche Faust­kämpferin­nen zu be­haupten.

Interessanterweise hat Ali dieses Problem nicht. Dafür ist stets prä­sent, dass sie als Romnija in einer ras­sis­ti­schen Ge­sell­schaft einen be­son­ders fra­gi­len Sta­tus hat. So kämpft sie außer­halb des Rings ge­gen die Stereo­typen an, die den Roma zu­ge­schrie­ben wer­den.

Als ihre Tochter Esmeralda (Sarah Carcamo Vallejos) eine Jacke klaut, schreit Ali sie an: „Du tust genau das, was die Weißen von uns er­warten. Du solltest dich schä­men.“ An­schließend be­straft sie Es­me­ral­da hart, ohne zu wis­sen, dass der die ei­gene Jacke zu­vor von einem Mädchen mit Ge­walt ab­ge­nom­men wor­den war. Sie hat­te ver­sucht, das zu ver­tuschen.

Tabak fängt die komplizierte Mutter-Tocher-Dynamik auf ein­dring­liche und ein­fühl­same Weise ein. Es wird deut­lich, dass Ali zwar Über­men­schli­ches für ihre Kin­der leis­tet, doch oft zu wenig Kraft hat, um nach­zu­voll­zie­hen, was Es­me­ral­da fühlt und er­lebt. Da­für setzt sie – ähn­lich wie ihr ei­ge­ner Va­ter – auf Stren­ge, um ihre Kin­der für die feind­se­ige Welt zu wappnen. Alina Șerban, die selbst in einer ru­mä­ni­schen Roma­fami­lie auf­wuchs und Ab­sol­ven­tin der Royal Aca­demy of Dra­ma­tic Art in Lon­don ist, spielt das mit großer In­ten­si­tät und Glaub­wür­dig­keit.

Den berührendsten Moment von „Gipsy Queen“ schafft sie mit einer stil­len Sze­ne, in der die große Ein­sam­keit ihrer Fi­gur kon­den­siert zum Aus­druck kommt: In der U-Bahn sitzt Ali einem Rom ge­gen­über. Die bei­den sagen nichts, schau­en sich nur an, irgend­wann hat Ali Trä­nen in den Au­gen, der Mann nickt ihr zwei Mal leicht zu. Es wirkt wie eine liebe­vol­le väter­liche Er­mu­ti­gung. Ali steht auf – ein Kampf steht an. Sie steckt ihre gan­ze Lebens­wut in ihre Schläge.

Posted by Wilfried Allé Tuesday, September 7, 2021 12:21:00 AM Categories: Spielfilm/Drama
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Macondo 

von Sudabeh Mortezai

"Mein Vater war ein Held." Felsenfest glaubt der 11-jährige Ramasan, Flüchtlingskind aus Tschetschenien an seinen Vater, mit dem ihn aber kaum eine Erinnerung verbindet. Der österreichische Wettbewerbsbeitrag der Berlinale 2014 und Gewinner des Wiener Filmpreises, "Macondo" von Sudabeh Mortezai, beschäftigt sich mit dem Erwachsenwerden des Buben, der schon frühzeitig Verantwortung für die Familie übernehmen muss.
 

Auszeichnungen: Viennale 2014 - Wiener Filmpreis
Berlinale 2014 - Official Competition
Hong Kong International Festival 2014 - Firebird Award
Festival del Cinema Europeo 2014- Cineuropa Award & Best Script
Scarborough Film Festival 2014 - Outstanding Directorial Achievement Award
EAN: 9783854399308
Verlag: Falter Verlag
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Dauer: 98 min
Erscheinungsdatum: 27.03.2015
Preis: jetzt nur: € 9,99

Ramasan muss viel Verantwortung übernehmen für einen Elfjährigen. In der traditionellen tschetschenischen Gesellschaft gilt er seit dem Tod seines Vaters als Mann im Haus, der sich um seine Mutter und seine zwei jüngeren Schwestern kümmern muss.
Seine Welt ist in Macondo angesiedelt, einer rauen Flüchtlingssiedlung mitten im Industriegebiet am Stadtrand von Wien. Ramasan spricht viel besser Deutsch als seine Mutter Aminat und er agiert bei Amtswegen oft als Übersetzer für sie. Aminat ist auf seine Hilfe angewiesen, muss sie doch mit dem Verlust ihres Mannes, der Flucht aus Tschetschenien und dem harten Alltag als berufstätige, alleinerziehende Mutter in einer fremden Gesellschaft zurechtkommen.
Ramasans enge Welt bricht auf als Isa, ein Kriegskamerad des toten Vaters, in die Wohnsiedlung einzieht. Isa stattet der Familie einen Besuch ab und übergibt Ramasan die Uhr des Vaters und ein Familienfoto, das dieser immer bei sich getragen hatte. Diese Begegnung erweckt Ramasans Interesse an seinem Vater. Er sucht Isas Nähe, doch der geheimnisvolle Außenseiter gibt vorerst nichts über die Vergangenheit preis. Isa öffnet sich nur schrittweise und es entwickelt sich zwischen den beiden eine Beziehung, die Ramasan hilft, sich seiner Urangst zu stellen. Isa könnte eine neue, viel menschlichere Vaterfigur werden als die abstrakte Erinnerung an den toten Kriegshelden am Familienaltar. Doch als Aminat beginnt, sich für Isa zu interessieren, beginnt für Ramasan ein emotionaler Konflikt. Er fühlt den Drang das Bild des toten Vaters zu beschützen …
 

Pressestimmen - Macondo>

...a wonderfully engaging, absorbing coming of age/culture clash tale ... an absolutely astonishing performance from its young, effortlessly natural lead Ramasan Minkailov...superb performances, authentic context and impressive filmmaking…
(Jenny Kiang, Indiewire)

Sudabeh Mortezai's first narrative feature is modest in scope yet entirely captivating in the docu-style humanism of its approach, enriched by unsentimental compassion for its characters.
(David Rooney, The Hollywood Reporter)

This sensitive Austrian social drama from docu helmer Sudabeh Mortezai focuses on a refugee settlement outside Vienna ... a deeply humanist perspective well suited to international festival travel.
(Peter Debruge, Variety)

Eine feine Studie über Kindheit und Männlichkeit, genau beobachtet und berührend, weil die Regisseurin nicht von der Seite ihres Helden weicht. Ein Film mit einem großen Herzen.
(Lars-Olav Beier, Spiegel Online)

...a modest, unflashy but utterly assured slice of realism about an 11-year-old Chechen boy living with his mother and sisters in a Viennese suburb populated mainly by refugees. There's not a great deal of plot, but so richly detailed and resonant is Mortezai's account of the boy, his predicament and his milieu that she ensures his moral, psychological and physical welfare are of urgent concern soon after the film starts.
(Geoff Andrew, BFI)

Au travers d'une approche sensible, la réalisatrice impressionne la réalité de l'enfant et, au-delà, celle d'une pleine situation sociétale. Lumineux.
(Nicolas Gilson, Un Grand Moment de Cinéma… ou pas!)

Posted by Wilfried Allé Friday, October 2, 2020 10:06:00 AM Categories: Drama Familienbeziehung
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Mind the Gap 

von Robert Schabus

EAN: 9783854397878
Verlag: Falter Verlag
Genre: Globalisierung
Dauer: 90 min
Erscheinungsdatum: 05.06.2020
Preis: € 14,99

Robert Schabus hat mit seinem Erfolgsfilm "Bauer unser" die Probleme der Landwirtschaft so kritisch wie präzise auf den Punkt gebracht. Nun geht er der Frage nach, warum eine wachsende Anzahl von Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und das Vertrauen in die Politik verloren hat und weshalb das an die Substanz der Demokratie geht.

Quer durch Europa führt uns die filmische Reise und zeigt uns die Schattenseiten eines freien Verkehrs an Waren und Dienstleistungen, der sich einseitig an den Bedürfnissen der großen Konzerne orientiert und die Menschen auf der Verliererseite hilflos zurücklässt: Industriebetriebe, die abwandern. Landstriche, die veröden. Arbeitsmigranten, die zu Hause fehlen und in der Ferne die Löhne drücken. Working Poor, denen ein Alter in Armut bevorsteht. Menschen, denen ihr jahrzehntelang vertrautes Lebensumfeld zunehmend fremd wird.

Eine Kluft durchzieht unsere Gesellschaft, und wer sich an den Rand gedrängt fühlt, wird empfänglich für rechstpopulistische Parolen, EU-Feindlichkeit und nationalstaatlichen Egoismus. Wie wenig sich die Staatsbürgerinnen und -bürger inzwischen im politischen Alltag wiederfinden erläutern Wissenschaftler und (Ex-) Politiker aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Doch im Mittelpunkt stehen jene Menschen, die mit ihrer Ohnmacht und ihrer Wut allein gelassen sind. Ihnen hört der Film zu, ohne ihnen zu widersprechen und ohne uns zu belehren; allein dadurch ist er ein - manchmal provokanter - Denkanstoß.
Damit ist MIND THE GAP nicht nur ein Warnruf in Sachen Demokratie, sondern auch eine Übung in Demokratieverständnis und Toleranz.

Posted by Wilfried Allé Tuesday, July 21, 2020 3:23:00 PM Categories: Globalisierung
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Waldheims Walzer 

Für all jene, die die Aufführung im Votivkino am 11.12.2018 verpasst haben.

von Ruth Beckermann

EAN: 9783854399926
Verlag: Falter Verlag
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Genre: Dokumentation
Dauer: 91 min
Sprachen: Deutsch Audiodeskription für Sehbeeinträchtigte: Deutsch Untertitel: Deutsch für Hörbeeinträchtigte, Englisch, Französisch, Spanisch
Erscheinungsdatum: 08.03.2019
Reihe: Feine Filme
Preis: € 14,99

Ein Film über Lüge und Wahrheit. Über "alternative Fakten". Über individuelles und kollektives Bewusstsein.

Ruth Beckermann dokumentiert, wie während des Wahlkampfs des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 1986 die Lücken in seiner Kriegsbiografie vom Jüdischen Weltkongress aufgedeckt wurden. Dies hatte in Österreich zu nationalem Schulterschluss, antisemitischen Ausschreitungen und schließlich zu seiner Wahl geführt. Mittels internationalem Archivmaterial, sowie Beckermanns selbst gedrehten Videoaufnahmen analysiert der Film den Zusammenbruch der österreichischen Lebenslüge, erstes Opfer der Nazis gewesen zu sein. Und er zeigt die Mechanismen der Mobilisierung hetzerischer Gefühle – damals wie heute.

Posted by Wilfried Allé Tuesday, March 12, 2019 12:46:00 PM Categories: Dokumentation Feine Filme
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... sind DVDs und CDs 

ausgewählt nach ganz persönlichem Geschmack des Schreiberlings: Wilfried

Also lassen Sie sich nichts einreden, was gut, sehens- bzw. hörenswert ist. Entscheiden Sie stets selbst darüber!
Wenn es eine Hilfestellung ist, freuen wir uns.
Gerne geben wir hier auch Empfehlungen vom Magazin "Falter" 1:1 weiter.

Posted by Wilfried Allé Friday, December 7, 2018 7:47:00 PM
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