AZ-Neu

Die Informationsplattform für ArbeiterInnen, Angestellte, KMUs, EPUs und PensionistInnen

Brot 

Das Wunder, das wir täglich essen

Harald Friedl

EAN 9783854397823
Erscheinungsdatum 27.11.2020
Umfang 90 Minuten
Genre Ernährung
Verlag Falter Verlag
Regisseur Harald Friedl
Preis € 14,99

Kein anderes Lebensmittel besitzt in unserer Kultur einen so zentralen Stellenwert wie Brot. Der Anschein des Natürlichen entspricht allerdings immer weniger der Realität: Brot ist längst von der Industrie vereinnahmet worden.

Engagierte Bäcker und Bäckerinnen auf der ganzen Welt halten mit viel Engagement und Fantasie dagegen. Aber die Fragen drängen sich auf: Wird das Brot der Zukunft zum künstlichen Produkt? Wird das Backhandwerk überleben?

Filmkritik zur Dokumentation "Brot"

Lars-Christian Daniels

Mal ehrlich: Haben wir nicht alle schon mal ein Brötchen im Backshop am Bahnhof oder ein Brot beim günstigen Discounter gekauft? So praktisch es auch sein mag, dass man nicht extra zum Bäcker fahren muss und neben Zeit auch noch Geld spart, ist die Erfahrung doch immer die gleiche: Wirklich schmecken tut‘s bei den Billiganbietern nicht. Doch warum ist das eigentlich so?

Der Antwort auf diese Frage geht Filmemacher Harald Friedl in seiner faszinierenden Kino-Dokumentation "Brot" nach. Nach diesem Film werden wir Brot mit anderen Augen sehen. Und so ist es auch, denn der Regisseur nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch Europa, beleuchtet das traditionelle und moderne Bäckerhandwerk in all seinen Facetten und kontrastiert die Bilder aus den Backstuben elegant mit den gigantischen Settings der industriellen Massenproduktion und modernen High-Tech-Anlagen.

Brothandwerk ist Kunst

Den erzählerischen Rahmen gibt Friedl dabei nur lose vor. Er verzichtet auf Kommentare aus dem Off und nennt auch in den Texteinblendungen nur kurz die Orte, an die uns sein Film entführt. Gleich zu Beginn besuchen wir eine Biobäckerei aus Österreich, in der neben Bäckermeisterin Brigitte Öfferl auch Sohn Georg den Teig knetet. Jeder Handgriff sitzt. "Brothandwerk ist Kunst", weiß der dynamische Jungbäcker, und es ist ihm zu verdanken, dass sich der Familienbetrieb nach einer Durststrecke wieder gegenüber der Industrie behauptet. Mit der Umstellung auf reine Bioproduktion hat die Bäckerei eine Nische besetzt – und die Kunden sind gern dazu bereit, ein paar Cent mehr für gesunde Qualitätsprodukte aus regionalem Anbau zu bezahlen.

Solche kleinen Märkte sind für "Brotbaron" Hans-Jochen Holthausen nicht interessant – er setzt auf lukrative Masse statt auf handwerkliche Klasse und leitet die Geschicke der Großbäckerei Harry-Brot, die Supermärkte in ganz Deutschland beliefert. Alles mit neuester Technologie und hocheffizienten Produktionsanlagen, die im Schichtbetrieb bedient werden. Allein in den wenigen Minuten, die die Kamera in seiner riesigen Fabrikhalle Station macht, laufen tausende Toastbrote über die Fließbänder – ein spektakulärer Anblick. Doch die Verkostung mit den Kollegen aus der Produktentwicklung wirkt wenig appetitanregend: Das Brot verkommt zur Ware, ist nur Produkt, um Geld zu verdienen. Reinbeißen möchte man nicht.

Die Zeit als Verbündeter – nicht als Feind

Ganz anders in der Boulangerie von Christophe Vasseur, vor der die Kunden bis auf die Straße für ein Croissant Schlange stehen: Der französische Bäcker brennt für sein Handwerk wie kaum ein zweiter Protagonist der Dokumentation, scheint fast besessen davon, seiner Kundschaft allerhöchste Qualität bieten zu können. Bei den prachtvollen Bildern der knusprigen Brotlaibe, die er vor der Kamera aufschneidet, läuft uns das Wasser im Mund zusammen. "Das Problem am modernen Leben ist, dass wir die Zeit als unseren Feind sehen. Die Zeit ist ein Verbündeter, der respektiert werden muss", weiß Vasseur – und nimmt sie sich gern, wenn er sich minutenlang dem Teig in der Knetmaschine widmet und hier und da händisch nachjustiert. Man müsse ihn "beobachten".

Ein weniger traditionelles, futuristisches Bild bietet der Besuch im "Inspirience Center" des belgischen Puratos-Konzerns, der auf der ganzen Welt vernetzt ist und sogar eine eigene Sauerteigbibliothek betreibt: Immer auf der Suche nach Trends und unter akribischer Analyse des Marktes ist es das Geschäft der Firma, mithilfe von Molekularforschung Enzyme und Zusatzstoffe zu entwickeln, um Teig länger haltbar oder Aufbackware optisch ansprechender zu machen. Es spricht sehr für Friedls Dokumentation, dass er diese Auswüchse der Globalisierung nicht partout verteufelt, sondern differenziert betrachtet: Vor 20 Jahren wussten nur die wenigsten, was ein Ciabattabrot ist – heute schätzt man es weltweit, was auch ein Verdienst des Konzerns ist.

#breadporn fürs Auge

Neben diesen vier Stationen besucht Friedl noch weitere Protagonisten in Österreich, Deutschland, Belgien und Frankreich: Zu Wort kommen Getreidebauern, die unter dem Preisdruck leiden, oder innovative Müller, die selbst erfahrene Bäcker noch mit neuen Mehlprodukten überraschen. Wir schauen versierten Handwerksmeistern in ihren Backstuben bei der Arbeit mit dem Korn, dem Mehl und dem Teig über die Schulter und lernen in neunzig Minuten mehr über Brot, als wir je geahnt hätten. Und spätestens, wenn die braungebrannten Brote aus dem Ofen in die Regale und Papiertüten der hungrigen Kunden wandern, dürfte auch so manchem der Magen knurren. Wie schade, dass Filme (noch) nicht riechen können!

Einen Geheimtipp für Bäcker, die in den sozialen Medien aktiv sind, hält Friedls Dokumentation ebenfalls noch bereit: Einfach mal das Aufbacken eines Brotes im Zeitraffer filmen und den Clip bei Facebook oder Instagram posten – die Likes der Community sind garantiert. "Wir nennen das breadporn", erklärt der gewiefte PR-Manager des Puratos-Konzerns – und wir glauben ihm sofort, denn das Gespür für die Optik und Wünsche der Kunden hat er zweifellos. Aber hat er wohl schon mal selbst einen Teig geknetet?

Posted by Wilfried Allé Monday, September 20, 2021 10:24:00 AM Categories: Ernährung
Rate this Content 0 Votes

Gipsy Queen 

Hüseyin Tabaks Spielfilm „Gipsy Queen“ erzählt, wie eine jungen Mutter aus einer rumänischen Roma-Siedlung in den Box-Ring auf St. Pauli kommt.

Reihe Feine Filme
Erscheinungsdatum 04.12.2020
Umfang 117 min
Genre Spielfilm/Drama
Verlag Falter Verlag
EAN 9783854397786
Personen Alina Serban, Tobias Moretti, Irina Kurbanova, Sarah Ulda Carcamo Vallejos, Aslan Yilmaz Tabak
Regisseur Hüseyin Tabak
Preis € 14,99

Der Job als Zimmermädchen ist weg. Ali (Alina Șerban) braucht sofort etwas Neues, egal was. Sogar für Abrissarbeiten in einer Hamburger Villa lässt sie sich anheuern. Fünf Euro pro Stunde bekommt sie für die Schwarzarbeit. Die rumänische Mutter von zwei Kindern klagt nicht, sondern schuftet als einzige Frau stoisch neben den anderen Arbeitern.

Als nächstes steht eine Aushilfsschicht in einem Schmuddel-Schuppen auf St. Pauli an. Zum Aufräumen scheucht die Thekenfrau sie in den Keller, wo ein Boxring aufgebaut ist. Dort hat Ali keine Augen für die Flaschen und Gläser, die sie einsammeln soll, sondern nur für die Männer im Ring.

Der Vater verstößt die junge Frau

Sie analysiert deren Bewegungen, versteht ganz genau, was passiert. Denn nicht zufällig trägt Ali den Namen des größten Boxers aller Zeiten. Ihr boxverrückter Vater hat ihn ihr gegeben, sie später trainiert und zu Siegen geführt. Für ihn war sie nicht nur der Stolz der Familie, sondern die Königin aller Roma.

Doch als Ali ihr zweites uneheliches Kind bekam und nicht mehr kämpfen konnte, fiel eine wichtige Einnahmequelle für ihre irgendwo in der Provinz lebende Romafamilie weg. Nun brauchte die junge alleinstehende Mutter selbst Hilfe – doch der Vater verstößt sie.

Das dramatische öffentliche Zerwürfnis der beiden steht am Beginn von Hüseyin Tabaks zweitem Langspielfilm „Gipsy Queen“, der anschließend einige Jahre in die Zukunft springt. Ali und ihre Kinder wohnen in Hamburg zusammen mit der Deutschen Mary (Irina Kurbanova), die versucht Tänzerin zu werden, aber vor allem Traumtänzerin ist. Weil von ihr in Sachen Miete nicht viel kommt, ist Einzelkämpferin Ali gefragt.

In der „Ritze“, der Kiezkneipe mit Boxschuppen, die es übrigens wirklich gibt, eröffnet sich eine neue Perspektive für die Frau mit der dunklen Lockenmähne. Inhaber Tanne (Tobias Moretti) bemerkt, dass sie boxen kann und engagiert sie zunächst für sein Showprogramm mit Publikumsbeteiligung.

In einem formatierten TV-Drama würde jetzt die absehbare Aufstiegsgeschichte einer Außenseiterin beginnen, die nebenbei auch noch dem runtergerockten Ex-Boxer Tanne eine Runde neuen Sinn schenkt. Allerdings macht es sich Hüseyin Tabak, von dem auch das Drehbuch stammt, nicht so einfach. Er bemüht sich sowohl bei den sportlichen als auch bei den gesellschaftlichen Aspekten seines Werkes um eine gewisse Realitätsnähe. Und so bleibt Alis Weg von Tiefschlägen geprägt.

Frauen sind selten im Boxfilm-Genre. Wenn sie wie in „Million Dollar Baby“, „Girlfight“ oder „Die Boxerin“ doch einmal im Zentrum stehen, geht es immer auch darum, sich gegen die Vorurteile über weibliche Faustkämpferinnen zu behaupten.

Interessanterweise hat Ali dieses Problem nicht. Dafür ist stets präsent, dass sie als Romnija in einer rassistischen Gesellschaft einen besonders fragilen Status hat. So kämpft sie außerhalb des Rings gegen die Stereotypen an, die den Roma zugeschrieben werden.

Als ihre Tochter Esmeralda (Sarah Carcamo Vallejos) eine Jacke klaut, schreit Ali sie an: „Du tust genau das, was die Weißen von uns erwarten. Du solltest dich schämen.“ Anschließend bestraft sie Esmeralda hart, ohne zu wissen, dass der die eigene Jacke zuvor von einem Mädchen mit Gewalt abgenommen worden war. Sie hatte versucht, das zu vertuschen.

Tabak fängt die komplizierte Mutter-Tocher-Dynamik auf eindringliche und einfühlsame Weise ein. Es wird deutlich, dass Ali zwar Übermenschliches für ihre Kinder leistet, doch oft zu wenig Kraft hat, um nachzuvollziehen, was Esmeralda fühlt und erlebt. Dafür setzt sie – ähnlich wie ihr eigener Vater – auf Strenge, um ihre Kinder für die feindselige Welt zu wappnen. Alina Șerban, die selbst in einer rumänischen Romafamilie aufwuchs und Absolventin der Royal Academy of Dramatic Art in London ist, spielt das mit großer Intensität und Glaubwürdigkeit.

Den berührendsten Moment von „Gipsy Queen“ schafft sie mit einer stillen Szene, in der die große Einsamkeit ihrer Figur kondensiert zum Ausdruck kommt: In der U-Bahn sitzt Ali einem Rom gegenüber. Die beiden sagen nichts, schauen sich nur an, irgendwann hat Ali Tränen in den Augen, der Mann nickt ihr zwei Mal leicht zu. Es wirkt wie eine liebevolle väterliche Ermutigung. Ali steht auf – ein Kampf steht an. Sie steckt ihre ganze Lebenswut in ihre Schläge.

Posted by Wilfried Allé Tuesday, September 7, 2021 12:21:00 AM Categories: Spielfilm/Drama
Rate this Content 0 Votes

Macondo 

von Sudabeh Mortezai

"Mein Vater war ein Held." Felsenfest glaubt der 11-jährige Ramasan, Flüchtlingskind aus Tschetschenien an seinen Vater, mit dem ihn aber kaum eine Erinnerung verbindet. Der österreichische Wettbewerbsbeitrag der Berlinale 2014 und Gewinner des Wiener Filmpreises, "Macondo" von Sudabeh Mortezai, beschäftigt sich mit dem Erwachsenwerden des Buben, der schon frühzeitig Verantwortung für die Familie übernehmen muss.
 

Auszeichnungen: Viennale 2014 - Wiener Filmpreis
Berlinale 2014 - Official Competition
Hong Kong International Festival 2014 - Firebird Award
Festival del Cinema Europeo 2014- Cineuropa Award & Best Script
Scarborough Film Festival 2014 - Outstanding Directorial Achievement Award
EAN: 9783854399308
Verlag: Falter Verlag
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Dauer: 98 min
Erscheinungsdatum: 27.03.2015
Preis: jetzt nur: € 9,99

Ramasan muss viel Verantwortung übernehmen für einen Elfjährigen. In der traditionellen tschetschenischen Gesellschaft gilt er seit dem Tod seines Vaters als Mann im Haus, der sich um seine Mutter und seine zwei jüngeren Schwestern kümmern muss.
Seine Welt ist in Macondo angesiedelt, einer rauen Flüchtlingssiedlung mitten im Industriegebiet am Stadtrand von Wien. Ramasan spricht viel besser Deutsch als seine Mutter Aminat und er agiert bei Amtswegen oft als Übersetzer für sie. Aminat ist auf seine Hilfe angewiesen, muss sie doch mit dem Verlust ihres Mannes, der Flucht aus Tschetschenien und dem harten Alltag als berufstätige, alleinerziehende Mutter in einer fremden Gesellschaft zurechtkommen.
Ramasans enge Welt bricht auf als Isa, ein Kriegskamerad des toten Vaters, in die Wohnsiedlung einzieht. Isa stattet der Familie einen Besuch ab und übergibt Ramasan die Uhr des Vaters und ein Familienfoto, das dieser immer bei sich getragen hatte. Diese Begegnung erweckt Ramasans Interesse an seinem Vater. Er sucht Isas Nähe, doch der geheimnisvolle Außenseiter gibt vorerst nichts über die Vergangenheit preis. Isa öffnet sich nur schrittweise und es entwickelt sich zwischen den beiden eine Beziehung, die Ramasan hilft, sich seiner Urangst zu stellen. Isa könnte eine neue, viel menschlichere Vaterfigur werden als die abstrakte Erinnerung an den toten Kriegshelden am Familienaltar. Doch als Aminat beginnt, sich für Isa zu interessieren, beginnt für Ramasan ein emotionaler Konflikt. Er fühlt den Drang das Bild des toten Vaters zu beschützen …
 

Pressestimmen - Macondo>

...a wonderfully engaging, absorbing coming of age/culture clash tale ... an absolutely astonishing performance from its young, effortlessly natural lead Ramasan Minkailov...superb performances, authentic context and impressive filmmaking…
(Jenny Kiang, Indiewire)

Sudabeh Mortezai's first narrative feature is modest in scope yet entirely captivating in the docu-style humanism of its approach, enriched by unsentimental compassion for its characters.
(David Rooney, The Hollywood Reporter)

This sensitive Austrian social drama from docu helmer Sudabeh Mortezai focuses on a refugee settlement outside Vienna ... a deeply humanist perspective well suited to international festival travel.
(Peter Debruge, Variety)

Eine feine Studie über Kindheit und Männlichkeit, genau beobachtet und berührend, weil die Regisseurin nicht von der Seite ihres Helden weicht. Ein Film mit einem großen Herzen.
(Lars-Olav Beier, Spiegel Online)

...a modest, unflashy but utterly assured slice of realism about an 11-year-old Chechen boy living with his mother and sisters in a Viennese suburb populated mainly by refugees. There's not a great deal of plot, but so richly detailed and resonant is Mortezai's account of the boy, his predicament and his milieu that she ensures his moral, psychological and physical welfare are of urgent concern soon after the film starts.
(Geoff Andrew, BFI)

Au travers d'une approche sensible, la réalisatrice impressionne la réalité de l'enfant et, au-delà, celle d'une pleine situation sociétale. Lumineux.
(Nicolas Gilson, Un Grand Moment de Cinéma… ou pas!)

Posted by Wilfried Allé Friday, October 2, 2020 10:06:00 AM Categories: Drama Familienbeziehung
Rate this Content 0 Votes

Mind the Gap 

von Robert Schabus

EAN: 9783854397878
Verlag: Falter Verlag
Genre: Globalisierung
Dauer: 90 min
Erscheinungsdatum: 05.06.2020
Preis: € 14,99

Robert Schabus hat mit seinem Erfolgsfilm "Bauer unser" die Probleme der Landwirtschaft so kritisch wie präzise auf den Punkt gebracht. Nun geht er der Frage nach, warum eine wachsende Anzahl von Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und das Vertrauen in die Politik verloren hat und weshalb das an die Substanz der Demokratie geht.

Quer durch Europa führt uns die filmische Reise und zeigt uns die Schattenseiten eines freien Verkehrs an Waren und Dienstleistungen, der sich einseitig an den Bedürfnissen der großen Konzerne orientiert und die Menschen auf der Verliererseite hilflos zurücklässt: Industriebetriebe, die abwandern. Landstriche, die veröden. Arbeitsmigranten, die zu Hause fehlen und in der Ferne die Löhne drücken. Working Poor, denen ein Alter in Armut bevorsteht. Menschen, denen ihr jahrzehntelang vertrautes Lebensumfeld zunehmend fremd wird.

Eine Kluft durchzieht unsere Gesellschaft, und wer sich an den Rand gedrängt fühlt, wird empfänglich für rechstpopulistische Parolen, EU-Feindlichkeit und nationalstaatlichen Egoismus. Wie wenig sich die Staatsbürgerinnen und -bürger inzwischen im politischen Alltag wiederfinden erläutern Wissenschaftler und (Ex-) Politiker aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Doch im Mittelpunkt stehen jene Menschen, die mit ihrer Ohnmacht und ihrer Wut allein gelassen sind. Ihnen hört der Film zu, ohne ihnen zu widersprechen und ohne uns zu belehren; allein dadurch ist er ein - manchmal provokanter - Denkanstoß.
Damit ist MIND THE GAP nicht nur ein Warnruf in Sachen Demokratie, sondern auch eine Übung in Demokratieverständnis und Toleranz.

Posted by Wilfried Allé Tuesday, July 21, 2020 3:23:00 PM Categories: Globalisierung
Rate this Content 0 Votes

Waldheims Walzer 

Für all jene, die die Aufführung im Votivkino am 11.12.2018 verpasst haben.

von Ruth Beckermann

EAN: 9783854399926
Verlag: Falter Verlag
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Genre: Dokumentation
Dauer: 91 min
Sprachen: Deutsch Audiodeskription für Sehbeeinträchtigte: Deutsch Untertitel: Deutsch für Hörbeeinträchtigte, Englisch, Französisch, Spanisch
Erscheinungsdatum: 08.03.2019
Reihe: Feine Filme
Preis: € 14,99

Ein Film über Lüge und Wahrheit. Über "alternative Fakten". Über individuelles und kollektives Bewusstsein.

Ruth Beckermann dokumentiert, wie während des Wahlkampfs des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 1986 die Lücken in seiner Kriegsbiografie vom Jüdischen Weltkongress aufgedeckt wurden. Dies hatte in Österreich zu nationalem Schulterschluss, antisemitischen Ausschreitungen und schließlich zu seiner Wahl geführt. Mittels internationalem Archivmaterial, sowie Beckermanns selbst gedrehten Videoaufnahmen analysiert der Film den Zusammenbruch der österreichischen Lebenslüge, erstes Opfer der Nazis gewesen zu sein. Und er zeigt die Mechanismen der Mobilisierung hetzerischer Gefühle – damals wie heute.

Posted by Wilfried Allé Tuesday, March 12, 2019 12:46:00 PM Categories: Dokumentation Feine Filme
Rate this Content 0 Votes

... sind DVDs und CDs 

ausgewählt nach ganz persönlichem Geschmack des Schreiberlings: Wilfried

Also lassen Sie sich nichts einreden, was gut, sehens- bzw. hörenswert ist. Entscheiden Sie stets selbst darüber!
Wenn es eine Hilfestellung ist, freuen wir uns.
Gerne geben wir hier auch Empfehlungen vom Magazin "Falter" 1:1 weiter.

Posted by Wilfried Allé Friday, December 7, 2018 7:47:00 PM
Rate this Content 0 Votes

The Green Lie 

Die grüne Lüge

von Werner Boote, Kathrin Hartmann

EAN: 9783854399841
Verlag: Falter Verlag
FSK: Freigegeben ab 0 Jahren
Genre: Dokumentation
Dauer: 93 min
Sprachen: Deutsch Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörbeeinträchtigte
Erscheinungsdatum: 25.10.2018
Reihe: Feine Filme
Preis: € 14,99

Umweltschonende Elektroautos, nachhaltig produzierte Lebensmittel, faire Produktion: Hurra!
Wenn wir den Konzernen Glauben schenken, können wir mit Kaufentscheidungen die Welt retten. Aber das ist eine populäre und gefährliche Lüge. Gemeinsam mit der Greenwashing-Expertin Kathrin Hartmann deckt Werner Boote in seinem neuen Dokumentarfilm die gefährlichen Ökolügen der Konzerne (Greenwashing), mit denen Bio-Produkte vermarktet werden, auf und zeigt wie wir uns dagegen wehren können.

Posted by Wilfried Allé Friday, December 7, 2018 7:40:00 PM Categories: Dokumentation Feine Filme
Rate this Content 0 Votes

Zeit für Utopien 

Wir machen es anders

von Kurt Langbein

EAN: 9783854399889
Verlag: Falter Verlag
FSK: Freigegeben ab 0 Jahren
Genre: Dokumentation
Dauer: 148 min
Sprachen: Deutsch Untertitel: Englisch, Französisch, Deutsch für Hörbeeinträchtigte
Erscheinungsdatum: 19.10.2018
Reihe: Feine Filme
Preis: € 14,99

Vier Menschen und vier Initiativen: Petra Wähning will nicht mehr Teil des Problems sein, sondern Teil der Lösung werden und gründet das Projekt „Solidarische Landwirtschaft“; Laura Gerritsen kümmert sich bei „fairphone“ um faire Produktionsbedingungen von Smartphones; im Züricher Wohnprojekt „Kalkbreite“ leben Niko Paech und seine MitstreiterInnen vor, wie man den Kohlendioxid-Ausstoß verringern kann ohne auf einen angenehmen Lebensstil zu verzichten; und ArbeiterInnen einer Fabrik, die Unilever schließen wollte, führen den Betrieb als Genossenschaft erfolgreich weiter.
In seinem neuen Dokumentarfilm porträtiert Kurt Langbein („Landraub“) Personen, die sich entschlossen haben, Wege jenseits von Gier und Profitstreben zu gehen und dabei viel gelernt haben. Sie sind keine AussteigerInnen, sondern EinsteigerInnen in eine neue Gesellschaft.

Posted by Wilfried Allé Friday, December 7, 2018 7:32:00 PM Categories: Dokumentation Feine Filme
Rate this Content 0 Votes

Inside Job - (DVD) 

Er erhielt 2011 den Oscar für den besten Dokumentarfilm

Inside Job ist der erste Film, der die schockierende Wahrheit über die Wirtschaftskrise im Jahr 2008 präsentiert. Der globale Finanzcrash, der über $20 Billionen verschlang, führte dazu, dass Millionen von Menschen ihr Zuhause und ihren Job verloren. Auf der Grundlage von umfassenden Recherchen und Interviews mit einflussreichen Branchenkennern, Politikern und Journalisten zeichnet die Dokumentation den Aufstieg einer skrupellosen Branche nach und enthüllt die korrosiven Beziehungen zwischen korrupten Politikern, Regulierungsbehörden und der akademischen Welt.

Filmdaten
Originaltitel Inside Job
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 105 Minuten
Preis z.B. € 6,79 bei Saturn
Stab
Inhalt aus Wikipedia
Regie Charles H. Ferguson
Drehbuch Chad Beck
Adam Bolt
Produktion Charles H. Ferguson
Audrey Marrs
Musik Alex Heffes
Kamera Svetlana Cvetko
Kalyanee Mam
Schnitt Chad Beck
Adam Bolt
Besetzung
Posted by Wilfried Allé Monday, January 22, 2018 5:18:00 PM Categories: Dokumentation Wirtschaftskrise 2008
Rate this Content 0 Votes

Bauer unser 

Billige Nahrung teuer erkauft

EAN: 9783854399674
Verlag: Falter Verlag
Genre: Dokumentation
Dauer: 89 min
Erscheinungsdatum: 01.09.2017
Reihe: Feine Filme
Preis: statt: € 14,99 jetzt nur: € 9,99
 

Der Dokumentarfilm zeigt gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt wie es auf Österreichs Bauernhöfen zugeht. Doch so vielfältig die Bauern, vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: so wird es nicht weitergehen. Es läuft etwas falsch. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – stellen die meisten von ihnen in Frage.
„Wachse oder weiche“ - Über Jahrzehnte war Österreichs Landwirtschaft geprägt von diesem Leitspruch. 1970 ernährte ein Bauer in Österreich 12 Menschen. 2016 kommen auf jeden Landwirten 80 Menschen. Tausende Bauern haben aufgegeben oder wirtschaften heute im Nebenerwerb. Selbstbestimmte Bauern sind selten geworden. Ein einst stolzer Stand steckt in einem System aus Zwängen, Abhängigkeiten und Propaganda, dem auch die offizielle EUPolitik zuarbeitet.
Effizient ist unser Agrarsystem allerdings nicht: 40 Prozent der derzeit weltweit in der Landwirtschaft produzierten Kalorien werden verschwendet oder gehen irgendwo auf dem Weg zwischen Produzenten und Konsumenten verloren. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ließen sich derzeit global 12 Milliarden Menschen ernähren - ohne radikale Umstellungen. Einfach nur durch eine nachhaltigere Verteilung und Nutzung der Nahrungsmittel.

Der Film zeigt wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. Es sind keine rosigen Bilder, und doch gibt es Momente der Hoffnung. 

mehr ->

Posted by Wilfried Allé Wednesday, December 27, 2017 11:31:00 AM Categories: Dokumentation Feine Filme
Rate this Content 0 Votes
Page 1 of 2 1 2 > >>