Was ist digitale Gewalt?
- Ungefragtes Posten von Fotos, rechtswidrige Deepfakes, Missbrauchsdarstellungen von Kindern.
- Stalking, Identitätsdiebstahl oder Fakeprofile.
- Beleidigung, Mobbing.
- Hass im Netz gegen Personen oder Gruppen, aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung, ihres Aussehens, ihres Körpers oder einer Behinderung.
Digitale Gewalt passiert online, zum Beispiel auf TikTok, WhatsApp, Instagram, Snapchat oder beim Gamen. Sie kann verletzen, Angst machen und dein Leben stark belasten. Ganz wichtig ist: Es ist niemals deine Schuld.
Ist digitale Gewalt strafbar?
Strafrechtlich relevant sind unter anderem:
- Drohungen
- Beleidigungen
- Cyberstalking
- Cybermobbing
- Verhetzung
- Verstöße nach dem Verbotsgesetz
- Dick Pics
- Missbrauchsdarstellungen von Kindern
Man darf nichts behaupten, was mit Tatsachen widerlegt werden kann. Bei kritischen Äußerungen wird immer zwischen Meinungsfreiheit und Strafrecht abgewogen. Hassmotive gelten bei der strafrechtlichen Beurteilung als Erschwerungsgrund.
ACHTUNG: Auch wenn etwas nicht strafbar ist, kann es gegen Plattformregeln und muss gelöscht werden.
Warum ist digitale Gewalt so gefährlich?
Digitale Gewalt kann
- Angst, Scham und Ohnmacht auslösen.
- Schlafprobleme oder Depressionen verursachen.
- Schule, Ausbildung und Freundschaften belasten.
- Menschen zum Schweigen bringen („Silencing“).
- Gewalt im echten Leben verstärken.
Viele trauen sich irgendwann nicht mehr, ihre Meinung zu sagen und das schadet uns allen.
Warum passiert so viel Hass online?
Online herrscht ein härterer Umgangston. Durch die Distanz fühlen Menschen sich anonym, Beschimpfungen passieren schneller, die Empathie sinkt. Betroffene können dem Hass kaum entkommen, denn das Handy ist (fast) immer dabei. Inhalte verbreiten sich unberechenbar, denn Algorithmen sind schwer durchschaubar und Gruppendynamiken in Chats und sozialen Medien verstärken Konflikte.
Was kannst du tun, wenn du selbst betroffen bist?
- Beweise sichern
- Screenshots machen.
- Links speichern.
- Plattform, Profilname, Link, Datum und Uhrzeit notieren.
- Nicht antworten
Täter*innen wollen Aufmerksamkeit und Reaktionen.
- Blockieren & melden
Das ist oft der schnellste Weg zu Ruhe.
- Unterstützung holen
Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist wichtig, dass du bei digitaler Gewalt mit jemandem reden kannst, dem du vertraust. Sprich mit Eltern oder Vertrauenspersonen, Lehrer*innen, Schulsozialarbeit oder der KiJA OÖ.
- Anzeige bei der Polizei
Nimm eine Vertrauensperson mit und überleg vorher:
- Was ist passiert?
- Was weiß ich über den*die Täter*in?
- Habe ich alles dokumentiert (Plattform, Profilname, Link, Datum und Uhrzeit)?
- Gibt es sonst noch wichtige Infos, die ich mitteilen soll?
Nicht jeder Fall muss vor Gericht gehen. Dein Wohlbefinden steht immer an erster Stelle. Bei schweren Fällen kann eine Anzeige sinnvoll sein.