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Reportagen aus Deutschland 1931-1932

von Dorothy Thompson

ISBN: 9783903244467
Verlag: Das vergessene Buch
Genre: Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)
Übersetzung: Johanna von Koppenfels
Umfang: 432 Seiten
Format: Hardcover
Erscheinungsdatum: 20.01.2026
Preis: € 27,00
Kurzbeschreibung des Verlags

Ende 1931 traf die bekannte ameri­ka­ni­sche Jour­na­lis­tin Doro­thy Thomp­son (1893–1961) Adolf Hit­ler in Ber­lin zum Inter­­view. Ihr aus die­ser Be­geg­nung her­vor­ge­gan­ge­nes Buch "I Saw Hitler!" (1932), in dem sie den zu­künf­ti­gen Dik­ta­tor Deutsch­lands als eine Kari­ka­tur des 'Kleinen Man­nes' be­schreibt, führte nach der Macht­er­grei­fung dazu, dass die Auto­rin spek­ta­ku­lär aus Deutsch­land aus­ge­wie­sen wurde. Im An­schluss an die deut­sche Erst­aus­gabe "Ich traf Hit­ler!", die 2023 bei im Ver­lag Das ver­ges­sene Buch er­schien, ver­sam­melt der Band "Das Ende der Demo­kra­tie" die Re­por­ta­gen aus den Jah­ren 1931 und 1932, in de­nen Doro­thy Thomp­son hell­sicht­ig und ver­blüf­fend ak­tuell an­mu­tend zu­gleich den Unter­gang der Wei­ma­rer Re­pu­blik und die Durch­set­zung der NS-Dik­ta­tur be­schreibt. Ihre Texte er­schie­nen als il­lus­trierte Se­rie in der auf­la­gen­­star­ken ameri­ka­ni­schen Zeit­schrift "Satur­day Eve­ning Post" und wer­den hier erst­mals seit ihrem Er­schei­nen wie­der zu­gäng­lich gemacht.

„Erneut und in hohem Tempo aber voll­zieht sich die Demon­tage einer Demo­kra­tie, und wir er­le­ben sie mit, so wie Doro­thy Thomp­son den Unter­gang Weimars – live, in 3D und Farbe.“
– Christian Staas, DIE ZEIT

„Man kann in diesen Texten dem Unter­gang der Wei­ma­rer Repu­blik ge­wis­ser­ma­ßen live zu­schauen, kann die Dy­na­mik mit­ver­fol­gen, an de­ren Ende sich die Demo­kra­tie selbst abschafft.“
– Harald Staun, FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

„Sie gehörte zu den einflussreichsten Frauen Amerikas, zählte Sig­mund Freud und Bertolt Brecht zu ihren Be­kannten: Die große Jour­na­lis­tin und Ex­zen­tri­ke­rin Dorothy Thomp­son wird wie­der­entdeckt.“
– Wolfgang Paterno, PROFIL

„Sie bietet einen Einblick in das, was Ernst Bloch das ‚Dunkel des gelebten Augen­blicks‘ nannte.“
– Felix Stephan, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

FALTER-Rezension

Zeitzeugnisse einer Journalistin

Juliane Fischer in FALTER 1-3/2026 vom 14.01.2026 (S. 22)

"Das ist alles schon ewig her, jeden­falls nach den Stan­dards unse­rer in fie­ber­haf­tem Wan­del be­grif­fe­nen Epo­che der Welt­ge­schichte", liest man in die­ser Neu­er­schei­nung. Da­bei stam­men die­se Worte aus dem Jahr 1932. Ge­schrie­ben hat sie Dorothy Thomp­son in der Satur­day Eve­ning Post, ei­ner Wochen­zei­tung aus Phila­del­phia. Jetzt wur­den elf Ar­ti­kel ins Deut­sche über­setzt und im Ver­lag Das ver­ges­sene Buch heraus­ge­geben. Ein zwei­ter Teil soll unter dem Titel "Der An­fang der Dik­ta­tur" folgen.

Europa sei in einem "Zustand völligen Durch­einan­ders und die Be­völ­ke­rung in eine Art Mas­sen­wahn ver­setzt", schreibt die Korres­pon­den­tin. Be­son­dere Auf­merk­sam­keit wid­met sie der Zwick­mühle "Ver­sail­ler Ver­trag" mit sei­nen zer­brö­sel­ten Illu­si­onen. An­fangs zer­legt sie Joseph Goeb­bels Sport­pa­last­rede, ver­gleicht Adolf Hit­lers Pro­gramm mit je­nem Benito Mus­so­li­nis und zeigt, wie Wahl­ver­spre­chen und Re­ali­tät aus­einan­der­klaffen.

Sie interviewt Deutschlands Kanzler Hein­rich Brüning, der den Anti­popu­lis­ten gibt: "Ich wei­gere mich, Ver­spre­chun­gen zu ma­chen, die ich nicht er­fül­len kann. Das Ziel von Poli­tik sollte es sein, Pläne nicht für den Augen­blick zu ma­chen, son­dern für ein Jahr­zehnt." Und sie schleust sich under­cover als Rot-Kreuz-Schwes­ter ein, um über den Putsch­ver­such von Kai­ser Karl in Un­garn zu be­rich­ten. Die Witwe Zita be­sucht Thomp­son im bel­gi­schen Exil, und sie zoomt nach Ost­preu­ßen, wo der Frie­den auf be­son­ders wacke­li­gen Bei­nen steht.

Die reportagigen Elemente, die zum Bei­spiel zei­gen, wie die Natio­nal­sozia­lis­ten sich ins­ze­nieren, lesen sich am span­nends­ten. Jour­na­listen, die auf­deckten, wel­che Schlupf­lö­cher man in Deutsch­land fand, um auf­zu­rüsten, wur­den mit dem Vor­wurf des Ehren­ver­rats ver­haf­tet. Dorothy Thomp­son selbst wurde als eine der Ers­ten 1934 aus­gewiesen.

Fünf Jahre später kürte sie das Time-Magazin zur einflussreichsten Frau in den USA.

Posted by Wilfried Allé Sunday, January 18, 2026 3:21:00 PM Categories: Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)
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