Kann ein großer Stromausfall wie in Spanien 2025 oder Berlin 2026 auch Wien treffen? Nicht in dieser Größe, meinen die Expert*innen der Wiener Netze.
In Berlin kam es Anfang Jänner zu einem mehrtägigen Stromausfall. Eine Millionenstadt, vergleichbar mit Wien, war plötzlich teilweise ohne Strom. Solche Ereignisse werfen verständlicherweise die Frage auf: Könnte so etwas auch in Wien passieren?
Wenn das Essen kalt bleibt, der Handyakku nur mehr 9 Prozent anzeigt und der Lift nicht fährt, dann wird der lokale Stromausfall unangenehm. Im Versorgungsgebiet der Wiener Netze sind Störungen im Durchschnitt in 90 Minuten wieder behoben. Ein rund um die Uhr aktives Einsatzteam sorgt dafür, dass im Fall der Fälle rasch wieder alles funktioniert.
Schäden an einzelnen Leitungen – ausgelöst durch einen Bagger, der sich vergräbt oder einen Ast, der in eine Leitung fällt – beeindrucken die Einsatzteams nicht. „Wir sorgen dafür, dass wir die Stabilität des Netzes aufrechterhalten, auch wenn es irgendwo außerhalb unseres eine Schwankung gibt. Egal, ob gerade viel Sonnenstrom eingespeist wird – oder es nebelig und kalt ist und viel Strom gebraucht wird, wir achten auf die richtige Balance“, erklärt Mario Leitner, er leitet den Bereich Netztechnik und Strom bei den Wiener Netzen.

Laut den Wiener Netzen ist das sehr unwahrscheinlich. Lokale Stromausfälle können zwar auch bei uns in der Stadt vorkommen, etwa durch beschädigte Leitungen bei Sturm oder Schnee oder Bauarbeiten, sie sind aber meist innerhalb von rund 90 Minuten behoben. Für größere Störungen ist das Wiener Stromnetz besonders robust aufgebaut. Es folgt der sogenannten N-1-Regel: Fällt ein Netzteil aus, übernimmt ein anderes, sodass viele Haushalte weiter versorgt werden können. Selbst für den Extremfall eines Blackouts ist Wien vorbereitet. In Simmering steht ein schwarzstartfähiges Kraftwerk, das auch ohne externe Stromzufuhr gestartet werden kann. Damit ließe sich die Stromversorgung Wiens schrittweise wieder aufbauen. Zusätzlich investieren die Wiener Netze laufend in den Ausbau und die Modernisierung des Netzes sowie in gut ausgebildetes Personal. Bis 2040 sind 13 neue Umspannwerke geplant. Besonders die neuen Standorte in Trumau und Deutsch Wagram sollen die Versorgung durch zusätzliche Hochspannungs-Anbindungen weiter absichern. Neben der technischen Vorsorge spielt auch Sicherheit eine große Rolle. Als Betreiber kritischer Infrastruktur arbeiten die Wiener Netze eng mit Behörden, Polizei und Bundesheer zusammen. Regelmäßige Übungen und Tests stellen sicher, dass auch für außergewöhnliche Bedrohungs- oder Krisensituationen klare Abläufe bestehen.
Wien nimmt es sehr ernst mit der Daseinsvorsorge. Wien ist sicher versorgt!
Was versteht man überhaupt unter Daseinsvorsorge ->