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Muskismus 

Aufstieg und Herrschaft eines Technoking
Posted by Wilfried Allé Thursday, February 26, 2026 10:23:00 AM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft
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Technologie, Macht und Größenwahn – wie Elon Musk die Demokratie herausfordert
von Quinn Slobodian, Ben Tarnoff

ISBN: 9783518001318
Reihe: edition suhrkamp
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Verlag: Suhrkamp
Übersetzung: Stephan Gebauer
Erscheinungsdatum: 18.02.2026
Umfang: 281 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 22,70
Kurzbeschreibung des Verlags

Wie wurde aus dem genia­lischen Nerd eine ket­ten­sä­gen­schwin­gende Ikone der glo­ba­len Rechten?

Mit Paypal hat Elon Musk die Finanz­branche auf­ge­mischt, mit Tesla den Markt für E-Autos re­vo­lu­tio­niert, nach sei­ner Über­nahme Twitter kurzer­hand auf rechts ge­dreht. Im US-Wahl­kampf 20204 schwang er sich zu ei­nem der wich­tigs­ten Ein­flüs­te­rer Donald Trumps auf, an­schlie­ßend mach­te er sich mit sei­ner Ab­tei­lung für Re­gie­rungs­ef­fi­zienz (DOGE) da­ran, den ame­ri­ka­ni­schen Staat zu zerlegen.

Wie wurde aus dem genialischen Nerd eine ketten­sä­gen­schwin­gende Ikone der glo­ba­len Rech­ten? Um die Welt zu be­grei­fen, die Musk er­schafft, müs­sen wir die Wel­ten ver­ste­hen, die Musk er­schaf­fen haben. Quinn Slo­bo­dian und Ben Tar­noff zeich­nen nach, wie sich im Si­li­con Val­ley um die Vor­stel­lun­gen von Dis­rup­tion und toll­küh­nen CEOs ein regel­rech­ter Kult bil­dete, wie so­zia­le Me­dien und Video­spiele die Er­zäh­lung vom hel­den­haf­ten Ein­zel­gän­ger eta­blier­ten und wie ras­sis­ti­sche Memes und Ver­schwö­rungs­theo­rien Ein­gang fan­den in die Ge­dan­ken­welt des reichs­ten Men­schen der Erde. Der Mus­kis­mus, so Slo­bo­dian und Tar­noff, ist ein franken­stein­sches Mons­ter des zeit­ge­nös­si­schen Kapi­ta­lismus.

World Wide Rechts 

Rechtsextremismus auf Social Media
Posted by Wilfried Allé Monday, February 23, 2026 10:03:00 AM Categories: Ideengeschichte Politikwissenschaft/Politische Theorien
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von Zoe Mittag

ISBN: 9783769389074
Genre: Politikwissenschaft/Politische Theorien, Ideengeschichte
Verlag: BoD – Books on Demand
Sammlung: Demokratiefeindlichkeit im Netz
Erscheinungsdatum: 31.03.2025
Umfang: 160 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 20,50
Kurzbeschreibung des Verlags

In einer Zeit, in der soziale Medien die poli­ti­sche Land­schaft ra­di­kal ver­än­dern, be­leuch­tet die­ses Buch die be­un­ruhi­gende Rol­le von Platt­for­men wie Face­book, Insta­gram, Tik­tok und Tele­gram in der Ver­brei­tung rechts­ex­tre­mis­ti­scher Ideo­lo­gien. Die "Neue Rechte" hat So­cial Me­dia zu ei­ner mäch­ti­gen Waf­fe ge­macht, um Des­in­for­ma­tion zu ver­brei­ten, Ängste zu schü­ren und poli­ti­sche Geg­ner zu dis­kre­di­tieren.

Das Buch analysiert, wie gezielte Mobi­li­sie­rungs­stra­te­gien, emo­tio­nale Mani­pu­la­tion und sub­tile In­flu­en­cer-Kom­mu­ni­ka­tion ge­nutzt wer­den, um ex­tre­mis­ti­sche Ideo­lo­gien zu nor­ma­li­sie­ren. Es er­klärt die psy­cho­lo­gi­schen Me­cha­nis­men hin­ter der An­zie­hungs­kraft sol­cher Ideo­lo­gien und zeigt auf, wie Al­go­rith­men und Fil­ter­bla­sen diese Dy­na­mik ver­stärken.

Neben der umfassenden Analyse der Proble­matik bie­tet das Buch Hand­lungs­em­pfeh­lun­gen: von der För­de­rung von Me­dien­kom­pe­tenz über die Re­gu­lie­rung von So­cial-Media-Platt­for­men bis hin zur Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Zi­vil­ge­sell­schaft und Tech­no­lo­gie­unter­nehmen.

Ein unverzichtbarer Leitfaden für alle, die die Heraus­for­de­run­gen der digi­ta­len Mei­nungs­bil­dung ver­ste­hen und ak­tiv Lö­sun­gen fin­den möch­ten - ob in der poli­ti­schen Bil­dung, Me­dien­wis­sen­schaft oder im per­sön­li­chen Enga­ge­ment ge­gen Ex­tre­mismus.

Perfekt für Leser:innen, die sich für politische Kommuni­ka­tion, digi­tale Me­dien und die Ge­fah­ren von Des­in­for­ma­tion inter­es­sieren.

Ich bin der Meinung ... 

Bruno Kreisky - Sprüche und Widersprüche
Posted by Wilfried Allé Tuesday, February 17, 2026 10:38:00 AM Categories: Belletristik/Comic Cartoon Humor Kabarett Satire/Cartoons
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Herausgegeben von Wolfgang Petritsch

ISBN: 9783800077229
Genre: Belletristik/Comic, Cartoon, Humor, Satire/Humor, Satire, Kabarett
Verlag: Carl Ueberreuter Verlag
Illustrationen: Michael Pammesberger
Sammlung: Bruno Kreisky
Erscheinungsdatum: 11.02.2019
Umfang: 80 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 10,00
Kurzbeschreibung des Verlags

Bruno Kreisky hat wie kein anderer Staats­mann die Zwei­te Re­pub­lik ge­prägt. Sein poli­ti­sches Wir­ken als Staats­sekre­tär, Außen­mi­nis­ter, SPÖ-Vor­sit­zen­der und schließ­lich als Bun­des­kanz­ler von 1970 bis 1983 hat Öster­reich von Grund auf ver­än­dert und mo­der­ni­siert. Kreiskys ak­tive Neu­tra­li­täts­poli­tik in Zei­ten des Kal­ten Krieges hat ihm weit über Öster­reichs Gren­zen hi­naus An­er­ken­nung ge­bracht.
Legendär waren seine intel­lek­tuel­le und rhe­to­ri­sche Bril­lanz und der gran­telnde Humor. Sein lang­jäh­riger Mit­ar­bei­ter Wolf­gang Petritsch hat für die­sen Band Kreiskys Sprü­che – oft­mals durch­aus wider­sprüch­lich for­mu­liert – aus­ge­wählt und kom­men­tiert.

Licht, Luft und Schatten 

Wiener Gemeindebauten in Austrofaschismus und Nationalsozialismus
Posted by Wilfried Allé Tuesday, February 10, 2026 9:04:00 AM Categories: Geschichte
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von Claudia Kuretsidis-Haider

ISBN: 9783205223122
Genre: Geschichte
Verlag: Böhlau Wien
Erscheinungsdatum: 19.01.2026
Herausgegeben von: Claudia Kuretsidis-Haider
Umfang: 440 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 57,00
Kurzbeschreibung des Verlags

Die Wiener Gemeinde­bauten waren in der Zwischen­kriegs­zeit des 20. Jahr­hun­derts eines der bahn­brechen­den Pro­jekte der so­zial­demo­kra­ti­schen Woh­nungs- und So­zial­poli­tik. Der Sam­mel­band schlägt eine Brücke vom Aus­tro­fa­schis­mus bis zum Ende der NS-Herr­schaft. Nach Über­blicks­dar­stel­lungen zur Ge­schichte des Ge­mein­de­baus in Wien, zu per­so­nel­len Brü­chen und Kon­ti­nui­tä­ten zwi­schen den bei­den Dik­ta­tu­ren und zu Fra­gen des Mie­ter­schut­zes wid­men sich meh­re­re Bei­trä­ge an­hand von aus­ge­wähl­ten Ge­mein­de­bau­ten dem Schick­sal der dort le­ben­den Men­schen, die als Juden­*Jüdin­nen ver­folgt und ge­kün­digt bzw. auf­grund ihres wider­stän­di­gen Ver­hal­tens Opfer poli­zei­li­chen und juris­ti­schen Un­rechts wur­den. Bio­gra­fien von ver­folg­ten Män­nern, Frauen und Kin­dern schlie­ßen den Band ab, gleich­sam als „Ge­denk­buch“ für die Opfer von Ge­walt und Ter­ror in den Ge­mein­de­bauten.

Kurzvideo von der Buchpräsentation ->

Sprachmaschinen 

Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz
Posted by Wilfried Allé Wednesday, February 4, 2026 9:26:00 AM Categories: Religion Sachbücher/Philosophie
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von Roberto Simanowski

Reihe: Beck Paperback
ISBN: 9783406837531
Genre: Sachbücher/Philosophie, Religion
Verlag: C.H.Beck
Erscheinungsdatum: 07.10.2025
Sammlung: KI und ihre Auswirkungen
Umfang: 288 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 23,70
Kurzbeschreibung des Verlags

Wenn Rechner denken - Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz

Für die Philosophie gehört die Sprache zu den vor­nehms­ten und wich­tigs­ten Ei­gen­schaf­ten des Men­schen: Sie er­mögl­icht es, eine ganze Welt zu er­schlie­ßen, auch die in­tims­ten Ge­dan­ken zu ar­ti­ku­lie­ren, sich über Wert­vor­stel­lun­gen zu ver­stän­di­gen und ist ent­schei­dend für die be­son­dere Frei­heit und Sou­ve­rä­ni­tät, mit de­nen Men­schen ihr Leben füh­ren. Was aber ge­schieht, wenn wir uns von ei­ner Sprach­ma­schine die Welt er­klä­ren, Werte ver­mit­teln und das Den­ken ab­neh­men las­sen? Der Me­dien­philo­soph und Inter­net­ex­perte Ro­ber­to Sima­nowski will es ge­nau­er wis­sen und be­gibt sich auf die Suche nach den atem­be­rau­ben­den Kon­se­quen­zen des gro­ßen Sou­ve­rä­ni­täts­trans­fers, der ge­rade im Gange ist.

Jede Technik hat die Macht, ihren ahnungs­losen Nut­zern die ei­gene Lo­gik auf­zu­drän­gen. Ge­wöh­nen uns ChatGPT, Gemini und an­dere Chat­bots das Le­sen, Schrei­ben und Den­ken ab? Über­re­den sie uns zu An­sich­ten, die wir gar nicht ha­ben? Ent­mün­di­gen sie uns ge­rade da­durch, dass sie uns so eif­rig zu Diens­ten sind? Und wer hat ei­gent­lich in wes­sen Auf­trag die Sprach­ma­schi­nen er­zo­gen? Sima­nows­ki geht die­sen und wei­te­ren Fra­gen nach mit dem philo­so­phi­schen Ge­spür da­für, wie die neue Tech­nik die Si­tua­tion des Men­schen sub­til, aber enorm fol­gen­reich ve­rän­dern wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2025

Die bislang schlüssigste philo­so­phi­sche Stu­die über KI legt laut Re­zen­sent Andrian Kreye Roberto Sima­nowski hier vor. Der Me­dien­phi­lo­soph lässt die ge­samte philo­so­phi­sche Tra­di­tion auf die neue Tech­no­lo­gie los und zwar ge­nau zur rich­ti­gen Zeit, meint Kreye, sind ChatGPT und Co doch gerade dabei, die Grenzen zwischen Menschlichem und Technischem zu verunklaren. Das Fazit, auf das Simanowskis Buch hinaus läuft ist bitter: Com­pu­ter mö­gen zwar die erste Uni­ver­sal­spra­che der Mensch­heits­ge­schichte her­vor­ge­bracht ha­ben, aber die KI sorgt da­für, dass die Men­schen das Den­ken ver­lernen. Ge­nauer ge­sagt wird es ih­nen, wie Kreye Sima­nows­kis an Mc­Luhan ge­schul­tes Ar­gu­ment wie­der­gibt, ab­ge­nom­men wie ein ampu­tier­tes Kör­per­teil - wo­bei die KI eben ge­rade noch nicht kör­per­lich agiert, son­dern auf dem Schlacht­feld der Spra­che. Sima­nowski legt laut Kreye wert auf die Fest­stel­lung, dass die KI die kör­per­lichen, sinn­li­chen As­pekte des Mensch­seins nicht be­grei­fen kann, dass sie aber gleich­zei­tig Dank de­rer, die sie pro­gram­mie­ren, Ideo­lo­gie - ob Mar­ke woke, Mar­ke Musk oder Mar­ke Putin - trans­por­tiert. Ge­rade die ver­meint­li­che Ein­fach­heit der Such­ma­schi­nen, die ver­birgt, dass hin­ter ihnen nur kal­te Mathe­ma­tik steckt, ist Kreye zu­folge dem Au­tor ver­däch­tig. Am Ende die­ses Buches, das Kreye sehr gerne ge­le­sen hat, ruft Sima­nowski gar zum pro­le­ta­ri­schen Wider­stand der Men­schen ge­gen ihre neuen Ma­schi­nen­herren auf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2025

Rezensent Helmut Mayer emp­fiehlt den Kul­tur­wis­sen­schaft­ler Robert Sima­nowski als kom­pe­ten­ten Füh­rer durch die Welt der Sprach­ma­schi­nen. Ihm ge­fällt, dass sich Sima­nowski we­der auf die über­zo­ge­nen Er­war­tun­gen der Tech-Opti­mis­ten noch auf die be­müh­ten Angst­sze­na­rien ein­lässt, son­dern der mathe­ma­ti­schen Na­tur der Large Lan­guage Mo­dels auf den Grund geht und Fra­gen von Autor­schaft und Ent­mün­di­gung ver­han­delt. An­ge­sichts des be­vor­ste­hen­den Sou­ve­rä­ni­täts­trans­fers fin­det Mayer auch rich­tig, dass Sima­nowski die Sprach­ma­schi­nen vor al­lem als ei­nen "Um­schlag­platz von Wer­ten" be­han­delt. Die philo­so­phi­schen Ex­kurse zu Heideg­ger und Witt­gen­stein fin­det der Rezen­sent am Ende etwas un­er­giebig, aber den Hin­weis auf Hegels Herr-Knecht-Dia­lek­tik nimmt er gern mit.

Politische "Klassiker" der Neuen Rechten 

Antidemokratische Denker aus der Weimarer Republik
Posted by Wilfried Allé Friday, January 30, 2026 1:20:00 PM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft/Politik
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von Armin Pfahl-Traughber

ISBN: 9783801206789
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik
Verlag: Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH
Erscheinungsdatum: 07.10.2025
Umfang: 208 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 20,60
Kurzbeschreibung des Verlags

Einflussreiche anti­demo­kra­ti­sche Den­ker gab es be­reits in der Wei­ma­rer Repu­blik. Da­zu ge­hör­ten Edgar Julius Jung und Ernst Jünger, Arthur Moel­ler van den Bruck und Ernst Nie­kisch, Carl Schmitt und Os­wald Speng­ler. Trotz man­cher ideo­lo­gi­scher Dif­fe­ren­zen – agi­tiert ge­gen die li­be­rale Demo­kra­tie ha­ben sie alle. Auf­klä­rung und Indi­vi­dua­li­tät, Men­schen­rechte und Plu­ra­lis­mus lehnte man mit großer Wort­gewalt ab. Auch heute noch gibt es An­hän­ger die­ser "Klas­siker", ins­be­son­dere bei den intel­lek­tuel­len Rechts­ex­tre­mis­ten der Neuen Rech­ten. Blickt man auf die Auto­ren, of­fen­ba­ren sich anti­demo­kra­ti­sche Ge­sin­nun­gen, frei nach dem Mot­to: "Sage mir, auf wen Du dich be­rufst und ich sage Dir, wo Du stehst."
Auch auf die AfD wir­ken die er­wähn­ten »Klas­siker« und fin­den dort ideo­lo­gi­sche und poli­ti­sche Zu­stim­mung. Ihr auto­ri­tä­res Ge­dan­ken­gut kann so auch hun­dert Jahre spä­ter noch seine anti­demo­kra­ti­sche Rele­vanz ent­fal­ten. Man sollte da­her diese ideo­lo­gi­schen Auf­fas­sun­gen ken­nen und sie einer kri­ti­schen Re­fle­xion unterziehen.

FALTER-Rezension

Das Denken der Rechten

Robert Misik in FALTER 5/2026 vom 28.01.2026 (S. 23)

Eine neue Generation von Neo­nazis ist ent­stan­den, zu­gleich hat sich ein Mi­lieu der radi­ka­len Neuen Rech­ten ver­här­tet, das im­mer stär­ker in die FPÖ hi­nein­wirkt - das hat ge­rade der ak­tuel­le "Rechts­ex­tre­mis­mus­be­richt" im Auf­trag von Innen-und Jus­tiz­minis­te­rium ver­deut­licht. Ins­be­son­dere die Netz­wer­ke der Neuen Rech­ten sind von Den­kern ge­prägt, die in den Zwan­zi­ger­jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts und hier vor al­lem in der Wei­ma­rer Repu­blik schon große Num­mern wa­ren und spä­ter dann vor al­lem in oder im Umf­eld der NSDAP lan­de­ten. Armin Pfahl-Traugh­ber, seit Jahr­zehn­ten der Ex­perte für die ultra­rechte Szene schlecht­hin, hat nun in ei­nem lesens­wer­ten Band "Poli­ti­sche 'Klas­si­ker' der Neuen Rech­ten" por­trä­tiert. Wer ver­ste­hen will, auf wel­che "Den­ker" sich die neue Rech­te be­zieht, fin­det hier einen ex­zel­len­ten Über­blick.

Da geht es von Arthur Moeller van den Bruck, des­sen Diktum lau­tete, "an Libe­ra­lis­mus ge­hen die Völ­ker zu Grunde", über Os­wald Speng­ler ("Unter­gang des Abend­lan­des") und dem "Natio­nal­bol­sche­wiken" Ernst Nie­kisch bis zu den bei­den Säulen­hei­li­gen der Neuen Rech­ten, Carl Schmitt und Ernst Jün­ger. Schmitt, bril­lan­ter Ju­rist, war von Be­ginn an ein ord­nungs­fana­ti­scher An­häng­er auto­ri­tä­ren Re­gie­rens und wurde nach Hit­lers Macht­über­nahme "Kron­jurist" der Nazis ge­nannt. "Der Füh­rer schützt das Recht", legi­ti­mierte er noch schlimms­ten Macht­miss­brauch. Heute zählt Schmitt zur Stan­dard­lek­türe der US-Rech­ten, Peter Thiel nennt sich Schmit­tia­ner. Jün­ger wie­de­rum, spä­ter auch in der Bun­des­repu­blik ver­ehrt, star­te­te seine Kar­rie­re beim Völ­ki­schen Beo­bach­ter. Seine Ar­bei­ten fei­erten Sol­da­ten­tum, Krieg, das Ver­we­gene, prie­sen das Harte, ver­ach­te­ten die Ver­weich­li­chung. Hass auf "den Wes­ten", Liebe zur "Tiefe" der deut­schen Kul­tur, teil­weise "Russo­philie", Ver­ach­tung von Demo­kra­tie und Sehn­sucht nach Cäsa­ris­mus, Fas­zi­na­tion von Ge­walt - all das ver­bin­det die he­tero­genen Ge­währs­leute der Neuen Rechten.

Unverdiente Ungleichheit 

Wie der Weg aus der Erbengesellschaft gelingen kann
Posted by Wilfried Allé Thursday, January 22, 2026 10:15:00 AM
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von Martyna Linartas

ISBN: 9783498007355
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 15.04.2025
Umfang: 320 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 24,70
Kurzbeschreibung des Verlags

In kaum einem anderen westlichen Land ist Ver­mö­gen so un­gleich ver­teilt wie in Deutsch­land. Die Schere geht im­mer wei­ter auf – auf­grund stei­gen­der Mie­ten und Le­bens­mit­tel­preise, weil heut­zu­tage je­der Paket­zu­stel­ler pro­zen­tual mehr von sei­nem Lohn ab­gibt als ein Mil­liar­där, aber auch, weil Steu­ern auf Ver­mö­gen run­ter­ge­schraubt wer­den und die Rei­chen un­auf­hörl­ich rei­cher wer­den. Die­se Un­ge­rech­tig­keit ist ge­sell­schaft­li­ches Dyna­mit. Reich­tum durch Ar­beit? Fast un­mög­lich. Je­der ist sei­nes Glückes Schmied? Nur im Mär­chen. Deutsch­land ist zu ei­ner Ge­sell­schaft ver­kom­men, in der Reich­tum in der Fa­mi­lie bleibt.

Martyna Linartas seziert in ihrer hell­sich­ti­gen und fun­dier­ten Ana­ly­se das po­li­ti­sche Tabu­thema un­se­rer Zeit: Dass wir die Rei­chen nicht be­steu­ern, ge­fähr­det un­se­ren Wohl­stand, un­se­re Um­welt und un­se­re Demo­kra­tie. Sie schöpft aus ex­klu­si­ven Inter­views mit der mäch­ti­gen Wirt­schafts­elite über Un­gleich­heit und das Zu­sam­men­spiel von Wirt­schaft und Poli­tik, zeigt im his­to­ri­schen Auf­riss, wie eine Be­steu­e­rung von Über­rei­chen funk­tio­nie­ren kann, und gibt uns al­le Ar­gu­men­te an die Hand, um jetzt zu handeln.

FALTER-Rezension

Georg Renöckl in FALTER 33/2025 vom 13.08.2025 (S. 28)

Lidl-Boss Dieter Schwarz besitzt über 40 Mil­li­ar­den Euro. Um das mit ei­nem Mo­nats­ge­halt von ei­ner Mil­lion zu ver­die­nen, bräuchte man 3400 Jahre.
Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas spricht hier von "Über­reich­tum". Durch ih­ren poli­ti­schen Ein­fluss zah­len Über­rei­che viel weni­ger Steu­ern als Nor­mal­ver­die­ner, durch Ren­di­ten ver­dop­peln sie ihr Ver­mö­gen locker alle zehn Jah­re. Ver­mö­gen wird in Deutsch­land und wohl auch in Öster­reich nicht er­ar­bei­tet, son­dern ver­erbt. Bil­dung kann die un­gleich ver­teil­ten Chan­cen längst nicht mehr aus­glei­chen. Für die Auto­rin gibt es nur eine Lö­sung: Über­rei­che müs­sen an­ge­mes­sene Ver­mö­gens- und Erb­schafts­steu­ern be­zah­len. Die jüngs­ten glo­ba­len Ent­wick­lun­gen unter­stüt­zen ihre These, wo­nach un­sere Demo­kra­tien an­dern­falls zur Farce verkommen.

Reichensteuer 

Aber richtig! | Warum Milliardäre zu wenig Steuern zahlen und wie wir das ändern
Posted by Wilfried Allé Monday, January 19, 2026 10:31:00 AM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft
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von Gabriel Zucman

ISBN: 9783518001387
Reihe: edition suhrkamp
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Verlag: Suhrkamp
Übersetzung: Ulrike Bischoff
Umfang: 63 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.01.2026
Format: Taschenbuch
Preis: € 12,40
Kurzbeschreibung des Verlags

Ende Gabriel Zucman gehört zu den be­kann­tes­ten und re­no­mmier­tes­ten Öko­no­men welt­weit. Seit Jah­ren forscht er zu Steuer­ge­rech­tig­keit und Steuer­ver­mei­dung. Ge­ra­de die­jeni­gen, so sein Be­fund, die ein im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes un­vor­stell­ba­res Ver­mögen an­ge­häuft ha­ben, leis­ten oft keinen an­ge­mes­se­nen Bei­trag zur Fi­nan­zie­rung öf­fent­li­cher Kas­sen. Das ist nicht nur ein Prob­lem für die Staats­fi­nan­zen, son­dern auch eine ekla­tante Ver­let­zung des Gleich­heits­grund­satzes.

Im Februar 2025 votierte die französische Natio­nal­ver­samm­lung für die »Taxe Zucman«: eine Steuer von zwei Pro­zent für Super­reiche. Seit­her steht Gabriel Zucman im Zent­rum einer hit­zi­gen De­batte. Wäh­rend ei­ner der reichs­ten Men­schen der Welt ihn per­sön­lich dif­fa­mier­te, wird er auf den Stra­ßen Frank­reichs gefeiert.
In seinem neuen Buch er­läu­tert er sei­nen Vor­schlag so kom­pakt wie ver­ständ­lich und er­klärt, wie seine Steuer auch in Deutsch­land funk­tio­nieren kann.

Das Ende der Demokratie 

Reportagen aus Deutschland 1931-1932
Posted by Wilfried Allé Sunday, January 18, 2026 3:21:00 PM Categories: Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)
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von Dorothy Thompson

ISBN: 9783903244467
Verlag: Das vergessene Buch
Genre: Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)
Übersetzung: Johanna von Koppenfels
Umfang: 432 Seiten
Format: Hardcover
Erscheinungsdatum: 20.01.2026
Preis: € 27,00
Kurzbeschreibung des Verlags

Ende 1931 traf die bekannte ameri­ka­ni­sche Jour­na­lis­tin Doro­thy Thomp­son (1893–1961) Adolf Hit­ler in Ber­lin zum Inter­­view. Ihr aus die­ser Be­geg­nung her­vor­ge­gan­ge­nes Buch "I Saw Hitler!" (1932), in dem sie den zu­künf­ti­gen Dik­ta­tor Deutsch­lands als eine Kari­ka­tur des 'Kleinen Man­nes' be­schreibt, führte nach der Macht­er­grei­fung dazu, dass die Auto­rin spek­ta­ku­lär aus Deutsch­land aus­ge­wie­sen wurde. Im An­schluss an die deut­sche Erst­aus­gabe "Ich traf Hit­ler!", die 2023 bei im Ver­lag Das ver­ges­sene Buch er­schien, ver­sam­melt der Band "Das Ende der Demo­kra­tie" die Re­por­ta­gen aus den Jah­ren 1931 und 1932, in de­nen Doro­thy Thomp­son hell­sicht­ig und ver­blüf­fend ak­tuell an­mu­tend zu­gleich den Unter­gang der Wei­ma­rer Re­pu­blik und die Durch­set­zung der NS-Dik­ta­tur be­schreibt. Ihre Texte er­schie­nen als il­lus­trierte Se­rie in der auf­la­gen­­star­ken ameri­ka­ni­schen Zeit­schrift "Satur­day Eve­ning Post" und wer­den hier erst­mals seit ihrem Er­schei­nen wie­der zu­gäng­lich gemacht.

„Erneut und in hohem Tempo aber voll­zieht sich die Demon­tage einer Demo­kra­tie, und wir er­le­ben sie mit, so wie Doro­thy Thomp­son den Unter­gang Weimars – live, in 3D und Farbe.“
– Christian Staas, DIE ZEIT

„Man kann in diesen Texten dem Unter­gang der Wei­ma­rer Repu­blik ge­wis­ser­ma­ßen live zu­schauen, kann die Dy­na­mik mit­ver­fol­gen, an de­ren Ende sich die Demo­kra­tie selbst abschafft.“
– Harald Staun, FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

„Sie gehörte zu den einflussreichsten Frauen Amerikas, zählte Sig­mund Freud und Bertolt Brecht zu ihren Be­kannten: Die große Jour­na­lis­tin und Ex­zen­tri­ke­rin Dorothy Thomp­son wird wie­der­entdeckt.“
– Wolfgang Paterno, PROFIL

„Sie bietet einen Einblick in das, was Ernst Bloch das ‚Dunkel des gelebten Augen­blicks‘ nannte.“
– Felix Stephan, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

FALTER-Rezension

Zeitzeugnisse einer Journalistin

Juliane Fischer in FALTER 1-3/2026 vom 14.01.2026 (S. 22)

"Das ist alles schon ewig her, jeden­falls nach den Stan­dards unse­rer in fie­ber­haf­tem Wan­del be­grif­fe­nen Epo­che der Welt­ge­schichte", liest man in die­ser Neu­er­schei­nung. Da­bei stam­men die­se Worte aus dem Jahr 1932. Ge­schrie­ben hat sie Dorothy Thomp­son in der Satur­day Eve­ning Post, ei­ner Wochen­zei­tung aus Phila­del­phia. Jetzt wur­den elf Ar­ti­kel ins Deut­sche über­setzt und im Ver­lag Das ver­ges­sene Buch heraus­ge­geben. Ein zwei­ter Teil soll unter dem Titel "Der An­fang der Dik­ta­tur" folgen.

Europa sei in einem "Zustand völligen Durch­einan­ders und die Be­völ­ke­rung in eine Art Mas­sen­wahn ver­setzt", schreibt die Korres­pon­den­tin. Be­son­dere Auf­merk­sam­keit wid­met sie der Zwick­mühle "Ver­sail­ler Ver­trag" mit sei­nen zer­brö­sel­ten Illu­si­onen. An­fangs zer­legt sie Joseph Goeb­bels Sport­pa­last­rede, ver­gleicht Adolf Hit­lers Pro­gramm mit je­nem Benito Mus­so­li­nis und zeigt, wie Wahl­ver­spre­chen und Re­ali­tät aus­einan­der­klaffen.

Sie interviewt Deutschlands Kanzler Hein­rich Brüning, der den Anti­popu­lis­ten gibt: "Ich wei­gere mich, Ver­spre­chun­gen zu ma­chen, die ich nicht er­fül­len kann. Das Ziel von Poli­tik sollte es sein, Pläne nicht für den Augen­blick zu ma­chen, son­dern für ein Jahr­zehnt." Und sie schleust sich under­cover als Rot-Kreuz-Schwes­ter ein, um über den Putsch­ver­such von Kai­ser Karl in Un­garn zu be­rich­ten. Die Witwe Zita be­sucht Thomp­son im bel­gi­schen Exil, und sie zoomt nach Ost­preu­ßen, wo der Frie­den auf be­son­ders wacke­li­gen Bei­nen steht.

Die reportagigen Elemente, die zum Bei­spiel zei­gen, wie die Natio­nal­sozia­lis­ten sich ins­ze­nieren, lesen sich am span­nends­ten. Jour­na­listen, die auf­deckten, wel­che Schlupf­lö­cher man in Deutsch­land fand, um auf­zu­rüsten, wur­den mit dem Vor­wurf des Ehren­ver­rats ver­haf­tet. Dorothy Thomp­son selbst wurde als eine der Ers­ten 1934 aus­gewiesen.

Fünf Jahre später kürte sie das Time-Magazin zur einflussreichsten Frau in den USA.

Atlas der KI 

Die materielle Wahrheit hinter den neuen Datenimperien
Posted by Wilfried Allé Monday, January 12, 2026 11:21:00 AM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft/Gesellschaft
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von Kate Crawford

ISBN: 9783406837678
Reihe: Beck Paperback
Erscheinungsdatum: 01.12.2025
Verlag: C.H.Beck
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft
Übersetzung: Frank Lachmann
Sammlung: Neue Taschenbücher
Umfang: 336 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 18,50
Kurzbeschreibung des Verlags

Weder künstlich noch intelligent eine kritische Analyse der KI-Industrie

Wir tendieren dazu, künstliche Intelligenz als eine wunder­same und kör­per­lose Form der ma­schi­nel­len Klug­heit zu be­trach­ten. Von der preis­ge­krön­ten Wis­sen­schaft­lerin Kate Craw­ford ler­nen wir hin­ge­gen, dass KI in Wahr­heit we­der künst­lich noch in­tel­li­gent ist, son­dern in ihrer ma­te­riel­len Wirk­lich­keit auf Res­sour­cen­aus­beu­tung und Macht­kon­zen­tra­tion hinaus­läuft.

Crawford nimmt uns mit auf eine faszi­nie­ren­de Reise zu Li­thi­um­mi­nen und Klick­fa­bri­ken, zu auto­ma­ti­sier­ten Ar­beits­plät­zen und rie­si­gen Daten­ar­chiven, zu AI-Trai­nings­camps und zum algo­rith­mi­schen Kriegs­füh­rungs­team des Pen­ta­gon. Auf die­se Weise zeich­net sie ei­nen At­las der künst­li­chen Intel­li­genz, der die ver­schie­de­nen Be­rei­che ihrer kon­kre­ten Rea­li­tät kar­tiert, um unser kri­ti­sches Auge zu schu­len. Ge­stützt auf ein Jahr­zehnt ori­gi­nä­rer For­schung zeigt Craw­ford, dass KI in ers­ter Li­nie eine Techno­lo­gie der Ex­trak­tion ist der Ab­schöp­fung von Mi­ne­ra­lien, bil­li­ger Ar­beits­kraft und ei­ner un­er­mess­li­chen An­zahl von Da­ten. Das pla­ne­ta­re Netz­werk der KI schä­digt un­se­re Um­welt mas­siv, ver­tieft so­zi­ale Un­gleich­hei­ten und be­droht demo­kra­tische Prin­zi­pien. Craw­fords Buch lie­fert uns ei­nen dring­li­chen Be­richt, was auf dem Spiel steht, wenn große Unter­neh­men und staat­liche Ins­ti­tu­tio­nen KI nut­zen, um die Welt um­zu­ge­stalten.

"Kate Crawford zeigt auf, wo KI von Ausbeutung profi­tiert und da­bei Demo­kra­tien ge­fähr­det." Sach­buch-Bes­ten­liste von der lite­ra­ri­schen WELT, NZZ, RBB Kul­tur und Radio Österreich 1

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