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    <title>Was wir hier empfehlen ...</title>
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      <title>Gipsy Queen</title>
      <description><![CDATA[<p>Hüseyin Tabaks Spielfilm „Gipsy Queen“ erzählt, wie eine jungen Mutter aus einer ru­mä­ni­schen Roma-Sied­lung in den Box-Ring auf St. Pauli kommt.</p>

<p><a href="https://faltershop.s3.eu-central-1.amazonaws.com/catalog/product/cache/e4a44857e47a98e9de8988eb4d92c795/g/i/gipsy_cover.jpg
" target="_blank"><img alt="" c="" cover_geheime_pfade_rgb_klein.jpg="" height="260" o="" src="https://faltershop.s3.eu-central-1.amazonaws.com/catalog/product/cache/e4a44857e47a98e9de8988eb4d92c795/g/i/gipsy_cover.jpg" style="float:left" width="183" /></a></p>

<table class="data-table" id="product-attribute-specs-table">
	<tbody>
		<tr class="first odd">
			<th class="label">Reihe</th>
			<td class="data last">Feine Filme</td>
		</tr>
		<tr class="even">
			<th class="label">Erscheinungsdatum</th>
			<td class="data last">04.12.2020</td>
		</tr>
		<tr class="odd">
			<th class="label">Umfang</th>
			<td class="data last">117 min</td>
		</tr>
		<tr class="even">
			<th class="label">Genre</th>
			<td class="data last">Spielfilm/Drama</td>
		</tr>
		<tr class="odd">
			<th class="label">Verlag</th>
			<td class="data last">Falter Verlag</td>
		</tr>
		<tr class="last even">
			<th class="label">EAN</th>
			<td class="data last">9783854397786</td>
		</tr>
		<tr class="odd">
			<th class="label">Personen</th>
			<td class="data last">Alina Serban, Tobias Moretti, Irina Kurbanova, Sarah Ulda Carcamo Vallejos, Aslan Yilmaz Tabak</td>
		</tr>
		<tr class="even">
			<th class="label">Regisseur</th>
			<td class="data last">Hüseyin Tabak</td>
		</tr>
		<tr class="last odd">
			<th class="label">Preis</th>
			<td class="data last">€ 14,99</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>Der Job als Zimmermädchen ist weg. Ali (Alina <span>Șerban</span>) braucht so­fort etwas Neues, egal was. So­gar für Ab­riss­ar­bei­ten in einer Ham­bur­ger Villa lässt sie sich an­heu­ern. Fünf Euro pro Stunde be­kommt sie für die Schwarz­arbeit. Die ru­mä­ni­sche Mut­ter von zwei Kin­dern klagt nicht, son­dern schuf­tet als ein­zi­ge Frau sto­isch neben den an­de­ren Ar­bei­tern.</p>

<p>Als nächstes steht eine Aushilfsschicht in einem Schmuddel-Schup­pen auf St. Pauli an. Zum Auf­räu­men scheucht die Theken­frau sie in den Keller, wo ein Box­ring auf­ge­baut ist. Dort hat Ali keine Au­gen für die Fla­schen und Glä­ser, die sie ein­sam­meln soll, son­dern nur für die Männer im Ring.</p>

<h5>Der Vater verstößt die junge Frau</h5>

<p>Sie analysiert deren Bewegungen, versteht ganz genau, was pas­siert. Denn nicht zu­fällig trägt Ali den Namen des größten Boxers aller Zei­ten. Ihr box­ver­rückter Va­ter hat ihn ihr ge­ge­ben, sie spä­ter trai­niert und zu Sie­gen ge­führt. Für ihn war sie nicht nur der Stolz der Fami­lie, son­dern die Köni­gin aller Roma.</p>

<p>Doch als Ali ihr zweites uneheliches Kind be­kam und nicht mehr kämpfen konnte, fiel eine wich­ti­ge Ein­nahme­quelle für ihre irgend­wo in der Pro­vinz le­ben­de Roma­fami­lie weg. Nun brauchte die junge allein­ste­hen­de Mut­ter selbst Hilfe – doch der Vater ver­stößt sie.</p>

<p>Das dramatische öffentliche Zer­würf­nis der bei­den steht am Be­ginn von Hüseyin Tabaks zwei­tem Lang­spiel­film „Gipsy Queen“, der an­schließend einige Jahre in die Zu­kunft springt. Ali und ihre Kin­der wohnen in Ham­burg zu­sam­men mit der Deut­schen Mary (Irina Kurbanova), die ver­sucht Tän­ze­rin zu wer­den, aber vor allem Traum­tän­zerin ist. Weil von ihr in Sachen Miete nicht viel kommt, ist Einzel­kämpferin Ali gefragt.</p>

<p>In der „Ritze“, der Kiezkneipe mit Box­schuppen, die es übri­gens wirk­lich gibt, er­öffnet sich eine neue Per­spek­tive für die Frau mit der dunk­len Locken­mähne. In­haber Tanne (<em><a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/konzerthausorchester-spaltklang/24304756.html" target="_blank">Tobias Moretti</a></em>) be­merkt, dass sie boxen kann und en­ga­giert sie zu­nächst für sein Show­pro­gramm mit Publi­kums­be­tei­li­gung.</p>

<p>In einem formatierten TV-Drama würde jetzt die ab­seh­bare Auf­stiegs­ge­schichte einer Außen­sei­terin be­gin­nen, die neben­bei auch noch dem runter­ge­rockten Ex-Boxer Tanne eine Runde neuen Sinn schenkt. Aller­dings macht es sich Hüseyin Tabak, von dem auch das Dreh­buch stammt, nicht so ein­fach. Er be­müht sich so­wohl bei den sport­li­chen als auch bei den ge­sell­schaft­li­chen As­pek­ten sei­nes Wer­kes um eine ge­wisse Rea­li­täts­nähe. Und so bleibt Alis Weg von Tief­schlä­gen ge­prägt.</p>

<p>Frauen sind selten im Boxfilm-Genre. Wenn sie wie in <em><a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/eine-amerikanische-institution-wird-90-warum-clint-eastwood-nie-aus-der-mode-gekommen-ist/25873310.html" target="_blank">„Million Dollar Baby“</a></em>, „Girlfight“ oder „Die Boxerin“ doch ein&shy;mal im Zentrum ste­hen, geht es im­mer auch da­rum, sich ge­gen die Vor­ur­teile über weib­liche Faust­kämpferin­nen zu be­haupten.</p>

<p>Interessanterweise hat Ali dieses Problem nicht. Dafür ist stets prä­sent, dass sie als Romnija in einer ras­sis­ti­schen Ge­sell­schaft einen be­son­ders fra­gi­len Sta­tus hat. So kämpft sie außer­halb des Rings <em><a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/theater-musik-debatten-die-roma-biennale-startet-mit-einer-protestparade/27074388.html" target="_blank">ge­gen die Stereo­typen</a></em> an, die den Roma zu­ge­schrie­ben wer­den.</p>

<p>Als ihre Tochter Esmeralda (Sarah Carcamo Vallejos) eine Jacke klaut, schreit Ali sie an: „Du tust genau das, was die Weißen von uns er­warten. Du solltest dich schä­men.“ An­schließend be­straft sie Es­me­ral­da hart, ohne zu wis­sen, dass der die ei­gene Jacke zu­vor von einem Mädchen mit Ge­walt ab­ge­nom­men wor­den war. Sie hat­te ver­sucht, das zu ver­tuschen.</p>

<p>Tabak fängt die komplizierte Mutter-Tocher-Dynamik auf ein­dring­liche und ein­fühl­same Weise ein. Es wird deut­lich, dass Ali zwar Über­men­schli­ches für ihre Kin­der leis­tet, doch oft zu wenig Kraft hat, um nach­zu­voll­zie­hen, was Es­me­ral­da fühlt und er­lebt. Da­für setzt sie – ähn­lich wie ihr ei­ge­ner Va­ter – auf Stren­ge, um ihre Kin­der für die feind­se­ige Welt zu wappnen. Alina <span>Șerban</span>, die selbst in einer ru­mä­ni­schen Roma­fami­lie auf­wuchs und Ab­sol­ven­tin der Royal Aca­demy of Dra­ma­tic Art in Lon­don ist, spielt das mit großer In­ten­si­tät und Glaub­wür­dig­keit.</p>

<p>Den berührendsten Moment von „Gipsy Queen“ schafft sie mit einer stil­len Sze­ne, in der die große Ein­sam­keit ihrer Fi­gur kon­den­siert zum Aus­druck kommt: In der U-Bahn sitzt Ali einem Rom ge­gen­über. Die bei­den sagen nichts, schau­en sich nur an, irgend­wann hat Ali Trä­nen in den Au­gen, der Mann nickt ihr zwei Mal leicht zu. Es wirkt wie eine liebe­vol­le väter­liche Er­mu­ti­gung. Ali steht auf –&nbsp;ein Kampf steht an. Sie steckt ihre gan­ze Lebens­wut in ihre Schläge.</p>
<br /><a href='https://www.az-neu.eu/gipsy-queen'>Allé Wilfried</a>&nbsp;&nbsp;<a href='https://www.az-neu.eu/gipsy-queen'>...</a>]]></description>
      <link>https://www.az-neu.eu/gipsy-queen</link>
      <author>wilfried.alle@chello.at (Allé Wilfried)</author>
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      <pubDate>Mon, 06 Sep 2021 22:21:00 GMT</pubDate>
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