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    <title>Was wir hier empfehlen ...</title>
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      <title>Unter Tieren</title>
      <description><![CDATA[<p>von <em><a href="https://shop.falter.at/autoren/elfriede-jelinek" target="_blank">Elfriede Jelinek</a></em> <em> </em></p>

<p><a href="https://images.thalia.media/00/-/55b0eed3b68d496090c4fb0e1284e39d/unter-tieren-gebundene-ausgabe-elfriede-jelinek.jpeg" target="_blank"><img alt="" height="285" src="https://images.thalia.media/00/-/55b0eed3b68d496090c4fb0e1284e39d/unter-tieren-gebundene-ausgabe-elfriede-jelinek.jpeg" style="float:left" width="174" /></a></p>

<table class="data-table falter-responsive-table" id="product-attribute-specs-table">
	<tbody>
		<tr class="first odd">
			<td>ISBN:</td>
			<td class="data last"><span>9783462014228 </span></td>
		</tr>
		<tr class="first odd">
			<td>Sprache:</td>
			<td class="data last"><span>Deutsch</span></td>
		</tr>
		<tr class="even">
			<td>Themen:</td>
			<td class="data last"><a href="https://shop.falter.at/buecher/belletristik" target="_blank"><em>Belletristik</em></a><br />
			<a href="https://shop.falter.at/buecher/belletristik/allgemein/moderne-belletristik" target="_blank"><em>Allgemein und literarisch</em></a></td>
		</tr>
		<tr class="even">
			<td>Sammlung:</td>
			<td class="data last"><a href="https://shop.falter.at/feature/romane-fur-den-sommer" target="_blank"><em>Romane für den Sommer</em></a></td>
		</tr>
		<tr class="odd">
			<td>Erscheinungsdatum:</td>
			<td class="data last"><span>19.06.2026</span></td>
		</tr>
		<tr class="even">
			<td>Verlag:</td>
			<td class="data last"><em><a href="https://shop.falter.at/search/?publisher=Rowohlt&amp;exact=1" target="_blank"><span>Rowohlt</span></a></em></td>
		</tr>
		<tr class="odd">
			<td>Umfang:</td>
			<td class="data last">224 Seiten</td>
		</tr>
		<tr class="even">
			<td>Format:</td>
			<td class="data last">Hardcover</td>
		</tr>
		<tr class="odd">
			<td>Preis:</td>
			<td class="data last">€ 24,70</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<h4><strong>Kurzbeschreibung des Verlags</strong></h4>

<p align="justify">Die Wege des Geldes sind uner­gründ­lich. Trotz­dem be­stimmt es unser Le­ben, also ver­folgt Elfriede Jeli­nek hart­näckig seine Spur. Von der Bibel bis zu René Benko, von blan­ker Gier bis zu raf­fi­niert ge­tarn­ter Kor­rup­tion, von Klas­sen­kampf bis zu blu­ti­gen und kost­spie­li­gen Krie­gen reicht die ewig wäh­rende Ge­schichte, die Jeli­nek dies­mal je­doch ganz aus der Sicht von Tie­ren er­zählt. Im­mer ver­ständ­nis­lo­ser, da­für mit wach­sen­dem Sar­kas­mus be­trach­ten Kühe, Schweine, Tau­ben, das Lamm Got­tes oder auch der «Für und Widder» uns Men­schen da­bei, wie wir kon­se­quent an unse­rem selbst ver­schul­de­ten Un­glück ar­beiten – und am Ende un­ge­bremst und fröh­lich in die Apo­ka­lypse des Kapi­ta­lis­mus rasen. Denn klar ist in <em>Unter Tieren</em> : Die Welt ist aus den Fu­gen, und der Finanz­markt wird es wohl nicht richten.</p>

<p><strong>«Elfriede Jelineks virtuose Radikalität wirft ein Licht auf Schattenzonen unserer Zeit, das gleißender nicht sein könnte.»<em> Neue Zürcher Zeitung</em></strong></p>

<h4><strong>FALTER-Rezension</strong></h4>

<p><b>Tanz den René Benko!</b></p>

<p><em><a href="https://shop.falter.at/search/?reviewer=Klaus Nüchtern" target="_blank"><b>Klaus Nüchtern</b></a></em> in <em><a href="https://shop.falter.at/buecher/besprochene-buecher.html?falter=202625" target="_blank"><b>FALTER 25/2026</b></a></em> vom 17.06.2026 (S. 28)</p>

<p align="justify">Die Viecher sind gut drauf. Jeden­falls auf dem Cover von Elfriede Jeli­neks ak­tuel­lem Opus "Unter Tieren". Hase, Affe, Kuh &amp;Co legen eine flotte Sohle aufs Parkett.<br />
<br />
Sie sind freilich gar nicht echt, son­dern aus Plüsch, und wer mit dem Œuvre der Lite­ra­tur­nobel­preis­trä­ge­rin von 2004 nur eini­ger­maßen ver­traut ist, wird ahnen, dass der Schein der Gaudi trügt.<br />
<br />
Und just so verhält es sich auch. Im Text selbst, der übri­gens keine Genre­be­zeich­nung trägt, wer­den die letz­ten Dinge ver­han­delt: Wo­her kom­men wir? Wer sind wir? Wo­hin gehen wir? Oder um es mit dem mone­tä­ren Twist aus­zu­drücken, der die meis­ten die­ser zwi­schen Exis­tenz­philo­so­phie und Geld­theo­rie chan­gie­renden Re­flexi­onen aus­zeich­net: "Wo­her kommt das Geld, wo­hin geht es, was ist es, wa­rum ist es was und wa­rum so wenig?"<br />
<br />
Haben sich viele Linke zuletzt iden­ti­täts­poli­ti­schen Frage­stel­lun­gen zu­ge­wandt, in deren Mit­tel­punkt die Kate­go­rien race, gender und -deut­lich sel­te­ner -class ste­hen, so bleibt die noto­risch pes­si­mis­ti­sche Femi­nis­tin Jeli­nek hart­näckig beim gu­ten al­ten "It's the eco­no­my, stupid!". Sie inter­es­siert sich weni­ger für kulturelle als für finanzielle Appropriation; und wie schon in ihrer Wirtschaftskomödie "Die Kontrakte des Kaufmanns" (2009) ist die im typischen Jelinek-Sound vor­ge­tra­gene Suada mit zahl­rei­chen Rea­lien ge­spickt, die als "Fall" und "Skan­dal" vor nicht all­zu lan­ger Zeit durch die Me­dien ge­rauscht sind.<br />
<br />
Eine Figur wie Thomas Schmid, einst Allein­vor­stand der Staats­hol­ding ÖBAG sowie Hand­langer von Bun­des­kanz­ler Sebas­tian Kurz und mittler­weile Kron­zeuge in der so­ge­nann­ten Casinos-Affäre, wer­den die meis­ten noch ken­nen. Nament­lich nicht ge­nannt fin­det er sich - weil die Leute im­mer "so viel in ihre di­ver­sen Klein­ge­räte schrei­ben müs­sen" - mit einer Ab­wand­lung sei­nes be­rühm­tes­ten "Sa­gers" ver­tre­ten, der hier einer Stock­ente in den Schna­bel ge­legt wird: "Ver­steht ihr nicht, ich habe doch vor­hin schon ge­sagt: Diese Christl-Par­tei ist die Hure der Rei­chen?"<br />
<br />
Ein Dachböden aus­bauen­der Schul­ab­bre­cher ist un­schwer als der Inves­tor und Kon­kurs­kai­ser René Benko zu identi­fi­zieren, Helga K. schon nicht mehr ganz so leicht als jene Finanz­beam­tin, die dem "Sigi", also dem Mana­ger Sieg­fried Wolf, zu einer sat­ten Steuer­er­leich­te­rung hät­te ver­hel­fen sollen.<br />
<br />
Es wäre freilich nicht Jelinek, hätte es mit diesen tages­poli­ti­schen Be­zü­gen sein Be­wen­den. Ab­seits da­von geht ein wah­rer Platz­re­gen an An­spie­lun­gen, Asso­zia­tio­nen und Refe­ren­zen her­nieder: von der anti­ken Mytho­lo­gie -wer war schnell noch einmal Epaphos? - über Parmeni­des, Pla­ton und Marx (sowohl Karl als auch Groucho) bis hin zu dem im An­hang be­dank­ten Wirts­chafts­sozio­lo­gen Aaron Sahr.<br />
<br />
Der hat sich in seinen Büchern mit digi­ta­lem Geld und dem mys­teri­ösen We­sen des Kre­dits be­fasst, von dem sich auch die Auto­rin fas­zi­niert zeigt -mit den Wor­ten eines Fuchses und in alter s-Schrei­bung: "Sie glau­ben doch nicht, daß Eigen­tum als Sicher­heit für ei­nen Kredit nö­tig ist? Es ist keines­falls die Be­din­gung da­für, höchs­tens ein Mit­tel zu sei­ner Aus­hand­lung. [] Sie kön­nen den Roh­bau Ihres Häus­chens also gleich weg­schmeißen, die Bank braucht ihn nicht, nie­mand braucht das, was schon da ist."<br />
<br />
"Sie werden lachen, die Bibel!", hat Bert Brecht einst die Frage nach sei­ner Lieb­lings­lek­türe be­ant­wor­tet. Man ist ge­neigt, Elfriede Jeli­nek ein ähn­li­ches Faible zu unter­stel­len. "Ich bin ge­spannt, werde es aber lei­der nicht ab­war­ten kön­nen, daß ich eine christ­li­che Schrift­stel­lerin werde", be­teu­ert sie nicht un­ko­kett in ihrem jüngs­ten Opus hin­ter der Maske eines Esels. Ihre Ver­wurze­lung im Kos­mos der christ­li­chen Ideen­welt und Mytho­lo­gie be­le­gen allein schon ihre drei von sie­ben Tod­sün­den ge­wid­me­ten Romane "Lust"(1989),"Gier"(2000) und - nur online ver­öffent­licht -"Neid" (2008); und im Inter­view mit dem Fal­ter, das an­läss­lich der Ur­auf­füh­rung ihres Stückes "Das Werk" im April 2003 ge­führt wur­de, ge­stand sie: "Ja, ich bin ein klei­nes ba­rockes Rache­engerl."<br />
<br />
Der Verweis auf den Barock ist gleich mehr­fach trif­tig. Mit dem Sprach­furor ei­nes Buß­predi­gers eben­jener Epo­che liest Jeli­nek gleich der gan­zen Gat­tung Mensch die Levi­ten, pre­digt die­ser, dass alles irdi­sche Stre­­ben, erst recht jenes nach dem Mammon ei­tel und alles Fleisch wie Gras ist: "Dann das liebe Geld. Tod und Geld, sie sind Ge­schwis­ter, und sie haben Arsch­ge­sich­ter." Abra­ham a Sancta Clara hät­te es nicht bün­di­ger sa­gen können.</p>
<br /><a href='https://www.az-neu.eu/unter-tieren'>Allé Wilfried</a>&nbsp;&nbsp;<a href='https://www.az-neu.eu/unter-tieren'>...</a>]]></description>
      <link>https://www.az-neu.eu/unter-tieren</link>
      <author>wilfried.alle@chello.at (Allé Wilfried)</author>
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      <pubDate>Thu, 18 Jun 2026 08:02:00 GMT</pubDate>
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